Film Daten

Titel:
Seeds of Death
Originaltitel:
Pars vite et reviens tard
Land & Jahr:
France 2007
Laufzeit ca.: ?
116 Min.
Regie:
Régis Wargnier
Darsteller:
José Garcia
Marie Gillain
Lucas Belvaux
Olivier Gourmet
Nicolas Cazalé
Linh Dan Pham
Michel Serrault
Nadine Alari
Sophie Aubry
Jean-Pierre Becker
Dominique Bettenfeld
Jacques Collard
Lana Ettinger
Titouan Laporte
Sophie Le Tellier
Mathias Mlekuz
Marc Robert
Eric Soubelet
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Seeds of Death

Review

Seeds of Death

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Kommissar Adamsberg (José Garcia) denkt sich bei der an unzähligen Türen geschmierten und spiegelverkehrt angebrachten "4" noch nicht viel, ist aber beunruhigt, als er es als Zeichen zur Abwehr der Pest identifiziert und ein Unbekannter in poetischen Nachrichten die Rückkehr eben dieser Seuche erklärt. Und das im Paris der Gegenwart. Aber dann werden auch schon die ersten Pest-Leichen gefunden und Unruhe breitet sich in der Metropole aus. Adamsberg muss schnellstens den Verbreiter der Pest finden, bevor eine Panik in der ganzen Stadt ausbricht und noch mehr Menschen sterben...

Kommissar Adamsberg ist die Hauptfigur einer Krimireihe der französischen Autorin Fred Vargas, in dem neben seiner Polizeiarbeit auch sein "sechster Sinn" eine Rolle spielt, durch den er manchmal mehr Erfolg hat als durch die Ermittlungen nach dem Lehrbuch. Dies ist als Vorabinformation sicherlich gut zu wissen, denn auf seine "Gabe" wird in dem Film nur mal in einem Nebensatz eingegangen und irritiert dann sonst, wenn er dann mal Gebrauch von ihr macht. Aber glücklicherweise verkommt Seeds of Death nicht zu einer esoterischem Gangsterhatz (vielleicht nicht umsonst geht es hier dann darum, dass er diese Gabe zwischenzeitlich verloren hat), sondern versteht sich davon abgesehen als relativ bodenständiger, düsterer und auch spannender Thriller, bei dem nur die zahlreichen und verschiedenen Charaktere das ganze etwas schwerfällig wirken lassen. Es werden unzählige Personen mal mehr, mal weniger ausführlich vorgestellt und in die Geschichte eingeführt, die dann aber teilweise keinen Einfluß auf den weiteren Verlauf haben.

Davon aber abgesehen weiß der Film durchaus zu überzeugen. Kommissar Adamsberg ist kein leuchtender Filmheld, sondern jemand mit seinen eigenen privaten Problemen, die auch seine Arbeit beeinflußen. An seiner Seite gibt es dann eine Reihe unterschiedlichster Personen, wo vor allem der alte Hervé (Michel Serrault) heraussticht, der zunächst nur als eine Art Historiker die entscheidenden Hinweise und Deutungen gibt. Positiv fällt auch auf, dass Seeds of Death Paris nicht von der typischen und sauberen Tourismus-Seite zeigt, sondern das sich die ganze Handlung in einem Stadtviertel abspielt, in der einfache Leute leben, die scheinbar alle irgendwie was zu verbergen haben. Die Auflösung am Schluß mag vielleicht für den einen oder anderen etwas zu weit hergeholt wirken, ist aber noch halbwegs nachvollziehbar und verärgert zumindestens nicht mit unlogischen und aus dem Nichts hervorgeholten neuen Elementen. Für Krimi- und Thrillerfans ist Seeds of Death durchaus empfehlenswert, bei dem man aber anhand der vielen Figuren durchaus merkt, dass er aus einem eigentlich viel umfangreicheren Kontext, eben der Literaturvorlage, stammt. Inszeniert wurde der Film von Régis Wargnier, der sich sonst eher für Dramen wie Indochina (Indochine, 1992) oder Eine französische Frau (Une femme française, 1995) auszeichnete.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 12.08.2007

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