Film Daten

Titel:
London to Brighton
Originaltitel:
London to Brighton
Land & Jahr:
Großbritannien 2006
Laufzeit ca.: ?
85 Min.
Regie:
Paul Andrew Williams
Darsteller:
Lorraine Stanley
Johnny Harris
Georgia Groome
Sam Spruell
Alexander Morton
Nathan Constance
Claudie Blakley
Jamie Kenna
David Keeling
Jack Deam
Chloe Bale
Tim Matthews
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

London to Brighton

Review

London to Brighton

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Die Prostituierte Kelly (Lorraine Stanley) und die zwölfjährige Joanne (Georgia Groome) sind auf der Flucht. Über den Zuhälter Derek (Johnny Harris) wurde Joanne an einen älteren Freier vermittelt und dort muss dann etwas Schlimmes geschehen sein. Denn der Sohn des Freiers droht Derek mit tödlichen Konsequenzen, sollte es ihm nicht gelingen innerhalb eines Tages Kelly und Joanne zu finden. Als Vorgeschmack durchtrennt er ihm schon mal eine Kniesehne und Derek setzt nun alles daran, die beiden Frauen zu finden...

Also wenn London to Brighton eins sicherlich nicht ist, dann ein sogenannter "Feeld-Good-Movie". Ganz im Gegenteil, denn von der sonnigen Touristenseite Londons sieht man absolut nichts, stattdessen die dreckigen Stadtviertel und Gassen wo Prostituierte und Gangster leben. In diesem Umfeld treiben sich auch Kelly und Joanne rum, die ein paar Tage zuvor von zuhause ausgerissen ist und sich nur aus Geldnot auf den Deal mit dem Freier einläßt. Mit bedrückender Atmosphäre erzählt der Film erst nach und nach in Rückblenden, was mit Kelly und Joanne bei dem Freier passiert ist, während sie immer weiter aus Angst vor Derek auf der Flucht sind. Dabei gelingt es den Film überraschend gut die Charaktere glaubwürdig wirken zu lassen und den Zuschauer emotional an sie zu binden.

Sehr schön kommt dies in Gestalt von Joanne heraus, die man zunächst eher als abgebrühtes und leicht wehrhaftes Mädchen kennenlernt, später aber auch ihre noch immer vorhandene kindlich-naive Seite hervorbringt und sich wie andere Zwölfjährige verhält. Kelly ist hingegen die schon etwas vom Leben gezeichnete Frau, die bereits einiges erlebt hat und mittlerweile aus reiner Selbstverständlichkeit ihren Körper gegen Geld anbietet. Aber sie ist nicht so kalt und emotionslos wie z.B. Derek, dem es ziemlich egal ist, was mit Joanne passiert.

Auch wenn der Film eher sparsam und gar nicht mal vordergründig des Effektes wegen mit gewalttätigen Szenen umgeht, wirkt die Gewalt im Film doch stets wirklich schmerzvoll. Die härteste Szene ist hier aber wieder einmal eine, in der nichts zu sehen ist. Sie zerrt aber durch die kindlich-verängstigten und verstörenden Schreie Joannes aus einem geschlossenen Zimmer heraus auf höchstem Niveau an den Nerven des Zuschauers und man ist wirklich fast dankbar, dass hier auf zu explizite Darstellung verzichtet wurde. London to Brighton bleibt dabei dann auch bis zum Ende hin Konsequent und es erwartet alle ein unvorhersehbares Schicksal. Harter Stoff, aber ein beeindruckender Einstand des Regie-Neulings Paul Andrew Williams. Wer den Film im Original sehen möchte, sollte sich aber im klaren sein, dass hier teilweise ein heftiger Slang gesprochen wird.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 13.08.2007

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