Film Daten

Titel:
Uro
Originaltitel:
Uro
Land & Jahr:
Norway 2006
Laufzeit ca.: ?
104 Min.
Regie:
Stefan Faldbakken
Darsteller:
Nicolai Cleve Broch
Ane Dahl Torp
Ahmed Zeyan
Ingar Helge Gimle
Eivind Sander
Kim Sørensen
Nicolas Bro
Thorsten Flinck
Bjorn Floberg
Nicholas Hope
Anne Krigsvoll
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Uro

Review

Uro

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Hans Petter (Nicolai Cleve Broch) hatte als Halbwaise keine einfache Kindheit und seine Mutter ist immer noch Alkoholikerin, aber trotz seiner ruppigen Vergangenheit gelang es ihm Polizist zu werden und ist nun Mitglied der kleinen Spezialeinheit Uro. Durch seine frühere Schulkollegin Mette (Ane Dahl Torp), die von seinem Job nichts weiß, lernt er den Dealer Marco (Ahmed Zeyan) kennen und dann auch dessen Boss - Mettes Vater. Während Hans Petter langsam in die Organisation eindringt, verliebt er sich fatalerweise auch in Mette und steht schließlich in einem Gewissens- und Arbeitskonflikt. Mit fatalen Folgen...

Weit weg von der glanzpolierten Oberfläche amerikanischer Cop-Thriller steht der norwegische Uro schon fast in der Dogma-Tradition. Durch den Einsatz von Handkameras entsteht eine sehr realistische Atmosphäre in einer düsteren Welt. Hier wird die Arbeit des Undercover-Ermittlers nicht heroisch verzerrt, sondern Uro konzentriert sich sehr auf die Konflikte, die Hans Petter in seinem Inneren austragen muss. In der Spezialeinheit muss er sich als Neuling erst noch beweisen, zu seiner Mutter hat er ein sehr angespanntes Verhältnis, sie kennt außerdem auch noch Mettes Vater und die Beziehung zu Mette erschwert seine Arbeit noch um einiges. Auf der einen Seite muss er den Drogenring zerschlagen und Mettes Vater dingfest machen. Um das zu erreichen müsste er aber auch bereit sein Mette zu opfern, die zwar unter ihrem Vater zu leiden hat, aber durch ihre Freundschaft zu Marco trotzdem in der ganzen Sache mit drinhängt. Hans Petter weiß irgendwann weder ein noch aus und durch die gegensätzlichen Konflikte erhält der Film dann auch seine Spannung. Auf der anderen Seite erscheinen manche von seinen Entscheidungen nicht wirklich nachvollziehbar, so dass der Film inhaltlich nicht immer zu überzeugen weiß.

Außerdem hat Uro das kleine Problem, ein wenig zu lang geraten zu sein. Zwar enthält er durchaus Spannung und Dynamik, zwischendurch geraten aber immer mal kleinere Längen dazwischen, wo die Geschichte keine Fortschritte zu machen scheint. Die schauspielerischen Leistungen sind dabei aber meist recht gut, auch wenn Nicolai Cleve Broch manchmal nicht über einen beschränkten Satz an Gesichtsausdrücken hinaus zu kommen scheint. Uro ist ein Film für Leute, die es lieber etwas realitätsnäher und mit Fokussierung auf die Charaktere mögen, denn leichte Kost ist er nicht gerade. Zwar gibt es zur Auflockerung auch noch die eine oder andere etwas actionlastigere Sequenz, diese sind aber relativ weit über die Länge des Films verstreut. Für einen Debütfilm, zuvor drehte Regisseur Stefan Faldbakken nur zwei Kurzfilme, ist aber Uro durchaus akzeptabel, auch wenn man dem Werk manchmal schon die typischen Schwächen eines Debüts anmerkt.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 14.08.2007

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