Kein Land In Sicht (2007) - ein Review von DarkForrest

Eisheilig: Kein Land In Sicht - Cover
1
Review
1
Rating
7.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Gothic Metal
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DarkForrest Avatar
19.05.2017 07:23

“Kein Land In Sicht” von Eisheilig ist ein typisches Beispiel für eine ganz gute Single zu einem miesen Album. Zumindest kann man der Band keine musikalische Stagnation vorwerfen, denn als 2007 “Auf Dem Weg In Deine Welt” rauskam hat man sich konsequent dafür entschieden auf den bisherigen musikalischen Pfad zu scheißen und kein zweites “Elysium” zu machen, was nicht unbedingt eine schlechte Idee sein muss. Das Endergebnis war dann eine Mischung aus Rock, Pop und 70’er Jahre irgendwas und während so mancher sich vielleicht direkt angewidert abgewandt hat, war ich erstmal offen dafür, bis ich nach intensivem Durchhören für mich zu dem Schluss gekommen bin, dass die Umsetzung einfach Scheiße ist.


Was macht “Auf Dem Weg In Deine Welt” dagegen gut? Tolles exklusives Material oder lohnenswerte B-Seiten nicht unbedingt. Es vermittelt auch keinen wirklichen repräsentativen Eindruck vom Album. Aber es hat immerhin genau die beiden Songs zusammengekratzt, die auf dem Album höhrenswert sind. “Kein Land In Sicht” ist von den beiden sicher die poppigere Nummer, wenn nicht der poppigste Song auf dem Album. Ein Song, bei dem es ums Schlussmachen geht, was jetzt nicht gerade ein typisches Eisheilig-Thema ist. Aber so sehr ich mich auch bemühe, kann ich mich nicht wirklich drüber aufregen. Denn im Vergleich zu dem ganzen gähnend langweiligen Kram auf dem Album wirkt das Stück ganz gut durchdacht. Es ist irgendwie “catchy” (na und?), das Gitarrenriff passt perfekt rein und alle Elemente aus diesem Song greifen einfach so schön ineinander, dass ich es mir immer mal wieder anhören und gut finden kann.


“Wird Alles Gut” ist dann wirklich eine hardcore-kitschige Ballade, die mit dem klassischen und etwas härterem Sound von der Band nun wirklich null was zu tun hat. Und auch hier finde ich: was Eisheilig auf dem ganzen Album verkackt haben, bekommen sie hier endlich hin: eine gefühlvolle Ballade, bei der tatsächlich ein paar Emotionen rüber kommen und die sich anhört, wie eine runde Sache. Während ich mich beim Review zu dem Album immer wieder gerne über den Sänger und seine gequälten Vocals lustig gemacht habe, muss ich ihn hier verteidigen. Die sehr softe Seite von Dennis Stimme passt hier einfach wie die Faust auf’s Auge.


Einen mehr oder weniger exklusiven Song haben wir dann doch auf “Kein Land In Sicht ” nämlich eine Single Version von eben diesem Song. Die ist leider nicht viel mehr als der eigentliche Song mit einigen Downgrades. Keine Ahnung, ob das der Versuch ist, die Nummer noch poppiger klingen zu lassen, aber im Ergebnis fehlen viele der Parts, weswegen ich den Song so toll und vielseitig fand. Das Schlagzeug-Intro? Gestrichen! Das geile Gitarrenriff? Gestrichen! Das nette Outro? Gestrichen! Stattdessen klingt der Song jetzt unnötig repetetiv. Das einzig interessante daran ist mal zu hören, wie “Kein Land In Sicht” klingen würde, wenn man es an die Qualität vom Rest des Albums angleicht. Ausserdem hab ich das Original noch mehr zu schätzen gelernt und gesehen, was der Song alles zu bieten hat, wenn man ein paar Kernelemente streicht.


Insgesamt bringt die “Kein Land In Sicht Single” also nichts wirklich neues mit, was der Eisheilig-Fan nicht schon auf dem Album hat. 7/10 Punkten ist mir das ganze aber trotzdem gerade so noch wert, da man sich hier wirklich für die Sahnestücke entschieden hat und die Single das Album fast überflüssig macht. Wer das Album bisher einzig und allein wegen dem ungewohnten Genre gemieden hat und Eisheilig lieber hart mag, wird das Ding natürlich trotzdem nicht mit der Kneifzange anfassen. Allen anderen, die neugierig sind,würde ich fast empfehlen, das Album zu überspringen und sich mit genau dieser Single zufrieden zu geben.

Punkte: 7 / 10


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