Film Daten

Titel:
Amazonia
Originaltitel:
Schiave Bianche: Violenza in Amazzonia
Land & Jahr:
Italien 1986
Laufzeit ca.: ?
86 Min.
Regie:
Mario Gariazzo
Darsteller:
Elvire Audray
Neal Berger
James Boyle
Jessica Bridges
Dick Campbell
Mark Cannon
Andrea Coppola
Sara Fleszer
Álvaro Gonzáles
Will Gonzales
Dick Marshall
Peter Robyns
Deborah Savage
Alma Vernon
Stephanie Walters
Grace Williams
Alternativtitel:
• Amazonia - Kopfgeld im Regenwald
• Amazonia: The Katherine Miles Story
• White Slave
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Italian Shock
Label:
Italian Shock
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
Holländisch
Extras:
  • Kleine Specials zu Amazonia, Smuggler und Nightmare City
  • Slideshow

Amazonia

Review

Amazonia - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Katherine Miles reist zu ihrem 18. Geburtstag von London aus zurück zu ihren Eltern, die irgendwo im Amazonasgebiet leben. Fröhlich feiert man ihren Geburtstag und unternimmt am nächsten Tag einen Ausflug auf dem neuen Hausboot der Eltern. Dann werden sie plötzlich von Indios angegriffen und ihre Eltern durch Giftpfeile getötet, während Katherine nur betäubt wird. Als sie wieder erwacht sieht sie Umukai (Álvaro Gonzáles), der sich mit ein paar seiner Stammesbrüder auf dem Schiff herumtreibt. Seine Kollegen enthaupten ihre Eltern und Katherine wird von ihnen in deren Dorf mitgeschleppt. Die Leichen ihrer Eltern wurden mittlerweile von der Polizei gefunden, aber von Katherine fehlt jede Spur. Die muss ihr Leben jetzt unter völlig neuen Bedingungen in dem Eingeborenendorf fristen, bekommt später aber die Gelegenheit mehr über die Hintergründe der Tat zu erfahren...

Amazonia - ScreenshotAmazonia - Screenshot

Man mag zuerst vermuten, es hier wieder mit einem weiteren reißerischen Eintrag im italienischen Kannibalengenre zu tun zu haben. Zu dumm nur, daß es zwar eine Menge südamerikanische Ureinwohner zu bewundern gibt, aber keiner davon ein Kannibale ist. Vielmehr schwankt dieser Streifen zwischen Abenteuerfilm, Drama und Krimi, verliert sich aber in einer eher zusammenhanglosen Aneinanderreihung des Lebens in dem Dorf, Katherines psychischen Schmerzen, Zwischenschnitte zu der laufenden Gerichtsverhandlung und verkauft sich dabei auch noch in einem pseudo-dokumentarischen Gewand. Jedenfalls ist es Regisseur Gariazzo nicht gelungen, während der ganzen Lauflänge nur ansatzweise soetwas wie Spannung aufzubauen. Der Film plätschert so vor sich hin, der Zuschauer gähnt und das einzige Highlight ist die Szene, als Umukai Katherine mal endlich eine schallende Ohrfeige verpaßt, nachdem er lange genug ihre Wut ertragen mußte. Man ertappt sich dabei, wie man die Arme hochreißt und der Aktion laut zustimmt...

Was ein ordentlicher italienischer B-Movie-Regisseur ist, ließ Gariazzo auch kein zweifelhaftes Mittel des Exploitationfilms aus. Die Hauptdarstellerin und alle Indio-Frauen laufen barbusig bis komplett nackt durch die Gegend (anzumerken sein noch, daß ein paar der jüngeren Stammesfrauen eigentlich fast noch besser aussehen als das blonde Küken), die Entjungferung wird ganz subversiv mit einem blutenden Stab verdeutlicht (ähnlich wie es Ivan Rassimov bei Janet Agren in einem der dümmsten Kannibalenfilme ever, Eaten Alive, gemacht hat) und diverse Splatterszenen dürfen auch nicht fehlen. Schelte sollte eigentlich auch Drehbuchschreiber Franco Prosperi bekommen, denn selten wurden diverse Handlungen und Ereignisse so unmotiviert durcheinandergeschmissen wie hier. Was z.B. sollen plötzlich die weißen Kopfjäger in dem Film? Dabei wurde auch nicht vergessen, ganz Cannibal Holocaust-like während der Gerichtsverhandlung eine angeblich authentische Aufnahme bei der Polizeiarbeit an den Leichen von Katherines Verwandten einzuspielen. Der Zahnschmerzen hervorrufende Pathos zu Abschluß des Filmes gibt dem Zuschauer dann endgültig den Rest. Am Ende des Film ist man entweder froh, den Film überstanden zu haben, oder noch nicht wieder aufgewacht...

Amazonia - ScreenshotAmazonia - Screenshot

Wer diese Seite öfter besucht, weiß wohl das ich dem Exploitationkino, vor allem dem italienischen, durchaus wohlwollend aufgeschlossen bin und eigentlich an jedem Film noch was interessantes finde. Aber ab und zu gibt es doch einige Rohrkrepierer, für die selbst mein Gemüt nicht mehr reicht. So einer ist Amazonia, der mit seiner lahmen Handlung und dümmlichen Schauspielern den Zuschauer langsam aber sicher in die Tischkante beißen läßt. Die DVD von Italian Shock präsentiert den Film in Vollbild, was allerdings auch wohl dem Originalformat entspricht. Die Bildqualität ist nicht die beste, wird aber dem Film gerecht. Des öfteren sind kleine Macken zu sehen und in manchen dunkeln Szenen macht sich doch extrem starkes Rauschen bemerkbar. Der Ton ist natürlich Mono, Untertitel gibt es nur in holländischer Sprache. Das Bonusmaterial besteht aus sogenannten Specials zu Amazonia, Nightmare City und Fulcis The Smuggler, die aber nichts anderes darstellen als ein Zusammenschnitt aus mehreren Filmszenen. Dann gibt es noch eine automatisch ablaufende Slideshow und einen Trailer.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 19.08.2001

Leser-Kommentare

18.10.2003, 02:12:09 Maniac ( Email schreiben Homepage )

Wie gut das die Geschmäcker verschieden sind, die Kritikpunkte sind sicherlich angebracht, wirre Story, larmarschige Handlung, etc. und was ist, trotzdem bietet er ein gewisses Amüsement, hatte auch mal Freude an dem Film :)

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