Film Daten

Titel:
Evil Ed
Originaltitel:
Evil Ed
Land & Jahr:
Schweden 1997
Laufzeit ca.: ?
90 Min.
Regie:
Anders Jacobsson
Darsteller:
Jeremy Frere-GilChrist
Jim Friedman
Gert Fylking
Anders Jacobsson
Kara Killen
Camela Leierth
Cecilia Ljung
Per Löfberg
Göran Lundström
Dan Malmer
Bill Moseley
David Nerge
Olof Rhodin
Greg Roberts
Johan Rudebeck
Kaj Steveman
Kim Sulocki
John Thelin
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Evil Ed

Review

Evil Ed

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Eddie, der eher aussieht wie der unauffällige nette Buchhalter von nebenan, durfte sich bislang in seiner Filmfirma der Bearbeitung von harmlosen Dramen widmen. Jetzt ist er aber in die Abteilung "Splatter and Gore" versetzt worden. Von dem schmierigen Sam Campbell bekommt er den Auftrag, diverse neue Horrorfilme etwas dem Massengeschmack anzupassen. Seinen Arbeitsplatz darf er in einem Ferienhaus Campbells verrichten. Was er bei seiner Arbeit jetzt zu sehen bekommt schockiert ihn doch sehr. Solch einen Ansturm von "Sex and Violence" ist er nicht gewohnt und schneidet, daß die FSK ihn als Musterbeamten einstellen würde. Mit der Zeit, werden die Dämonen der Filme auch zu seinen inneren Dämonen. Er hat Wahnvorstellungen und beginnt schon kleine Monster im Kühlschrank zu sehen. Das kann auf Dauer nicht so weitergehen. Als schließlich Campbell vorbeikommt und sich Eddies Arbeit ansehen will, mutiert dieser in Eddies Vorstellung zu einem mächtigen Dämon und dieser muß natürlich von ihn vernichtet werden. Als nächstes Opfer ist Nick dran, ein Laufbursche, der Eddie immer mit neuen Filmrollen versorgt. Abgelenkt durch zwei Einbrecher wird Nick aber "nur" bewußtlos geschlagen und kann flüchten. Den Einbrechern geht es nicht so gut und werden in ihre Einzelteile zerlegt. Selbst Eddies eigene Frau und seine Tochter sollen in seinem Wahn noch dran glauben. Dies geschieht zum Glück für die beiden aber nicht mehr. Eddie wird festgenommen und in eine geschlossene Anstalt eingeliefert. Aber selbst die heiße Ärztin mutiert für ihn in ein Monster und er mischt kurzerhand das halbe Krankenhaus auf...

Herrliche Komödie, die für Genrekenner zu einem fröhlichem "Aus-welchem-Film-kommt-das-jetzt?"-Ratespiel wird. Hier wurden soviele Zitate in Worte, Szenen und Einstellungen versteckt, daß man kaum noch hinterherkommt. Angefangen bei sehr offensichtlichen Details wie an der Wand hängende Plakate von Evil Dead und The Fly, bis zu identischen Einstellungen und Kamerafahrten aus anderen Filmwerken. Auch nimmt der Film jedes Klischee des Splattergenres mit und parodiert sie gleichermaßen, spielt regelrecht mit ihnen. Es ist schon herrlich, wie die Unterschiede innerhalb des Studiohauses dargestellt werden. Erst ist Eddie irgendwo in einem kalten grauen Keller untergebracht, bis er dann in der 'Splatter and Gore'-Abteilung landet, wo alles bunt und schön ist, mit sehr vielen gutaussehenden Sekretärinnen (warum arbeite ich da eigentlich noch nicht verdammt??). Inszeniert wurde der Film von (mir) unbekannten Schweden, die aber ihr Handwerk sehr gut verstehen. Auch wenn der Film nicht viel gekostet hat, so ist ihm das doch kaum anzusehen. Die Splattereffekte stehen denen anderer Werke kaum nach, sind aber dafür nicht so zahlreich wie man vermuten möchte. Leider erfuhr die erste deutsche Videoveröffentlichung ein ähnliches Schicksal, wie die Filme, die Eddie bearbeitet hat. Screen Power brachte später dann eine ungekürzte Fassung raus. Das englischsprachige Tape ist auch uncut.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 08.07.1999

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