Film Daten

Titel:
Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster
Originaltitel:
Gojira tai Hedora
Land & Jahr:
Japan 1971
Laufzeit ca.: ?
85 Min.
Regie:
Yoshimitsu Banno
Darsteller:
Akira Yamauchi
Toshie Kimura
Hiroyuki Kawase
Keiko Mari
Toshio Shiba
Yukihiko Gondo
Eisaburo Komatsu
Tadashi Okabe
Wataru Omae
Susumu Okabe
Haruo Nakajima
Kenpachiro Satsuma
Alternativtitel:
• Godzilla - Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster
• Frankensteins Kampf gegen die Teufelsbrut
• Godzilla vs. Hedora
• Godzilla vs. the Smog Monster
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Marketing
Label:
Marketing
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 84:56
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Deutsch - DD 5.1 (splitted)
Untertitel:
-
Extras:
  • Trailer
  • Slideshow
  • Alternative Vor- und Abspänne
  • Behind-the-Scenes Fotos
  • Aushangfotos
  • Merchandising
  • Artwork-Galerie
  • Filmographien
  • Trailer zu: Godzilla kehrt zurück / Godzilla gegen die Urweltraupen / Godzilla - Die Brut des Teufels / Godzilla - Die Rückkehr des Monsters / Godzilla der Urgigant / Godzilla - Kampf der Sauriermutanten / Godzilla - Duell der Megasaurier

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster

Review

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Ein neues unheimliches Monster taucht in Japans Meeren auf. Der Wissenschaftler Dr. Yano (Akira Yamauchi) und sein Sohn Ken (Hiroyuki Kawase) finden heraus, dass es sich um eine ganz neue Art von Lebewesen handelt. Es besteht aus kristallisiertem Kohlenstoff und "ernährt" sich von der Umweltverschmutzung im Wasser und in der Luft. Aber je mehr es wächst, um so größer ist die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung, denn das Monster gibt Schwefeldämpfe in die Luft ab. Da erscheint dann Godzilla (im Kostüm: Haruo Nakajima) und versucht das Monster zu vernichten...

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - ScreenshotFrankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - Screenshot

Die große Umweltschutzthematik in den 70er Jahren machte auch vor der Godzilla-Reihe nicht halt. Der Film beginnt mit den wenig leckeren Aufnahmen von rauchenden Fabrikschornsteinen und verschmutzten Gewässern, aus denen sich schließlich ein undefinierbarer Kopf erhebt. Daraus entwächst schließlich Hydrox (eigentlich Hedora, Hydrox gibt es nur in der deutschen Synchro), eine seltsame Kreatur die mit Vorliebe Abgase aufnimmt. Eine Art monströse Rache der Natur, die dem Menschen für die Umweltverschmutzung hiermit seine Rechnung präsentiert. Die Kreatur ist aber kaum kleinzukriegen, denn auch wenn Godzilla ihr diverse Verletzungen zufügt, so stört die das nicht im geringsten. Dafür kann sie eine Art Laserstrahl abfeuern oder schleudert ihrem Gegner große, dreckige "Schlammbomben" entgegen, die sogar eine ätzende Wirkung haben. Ein weiterer Kampfvorteil ist ihre Wandelbarkeit. Hydrox kann sowohl ein aufrecht stampfendes Monster sein, als auch ein fliegendes Biest, das optisch an eine Flunder erinnert.

Auch wenn Hydrox ein Monster ist, dass einigen Eindruck schinden kann, so fällt leider der Films als ganzes völlig ab. Die Umweltproblematik wirkt teilweise recht aufgesetzt und wird wie eine pädagogische Keule dem Zuschauer nähergebracht. Godzilla, eigentlich ein zerstörungswütiges Monster das Städte plattzumachen hat, ist hier zu einem knuddeligen Kämpfer für den Erhalt der Menschheit verkommen. Ganz großes Zähneknirschen ist dann angesagt, als Hydrox im Kampf wegfliegt und Godzilla dann seinen radioaktiven Strahl dazu nutzt, einen Rückstoß zu provozieren, durch den er dann auch fliegen kann - rückwärts!!! Spätestens dann fällt man völlig vom Glauben ab, was aus der einst zu gewaltigen Bedrohung Japans im Laufe der Jahre geworden ist. Dafür ist Hydrox aber ein ganz finsteres Wesen. Wenn es sich voll entwickelt hat und über die Menschen hinwegschwebt bleiben nur noch Skelettknochen übrig, die Auswirkungen erinnern an die von biologischen oder chemischen Waffen.

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - ScreenshotFrankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - Screenshot

Die einzige halbwegs gelungene Sequenz im ganzen Film stellt leider nur das Finale dar. Das Werk zeichnet sich vor allem durch eine schlechte Erzählstruktur aus, der Zusammenschnitt wirkt teilweise ein wenig schlampig. Es wird des öfteren permanent von einem Ort zum nächsten ohne klare Verbindung gesprungen. Allerdings ist dieser Film wohl auch der psychedelischste aller Godzilla-Filme die mir bislang untergekommen sind. Nicht nur, dass es einige kurze Zeitchentrickabschnitte gibt, die für ein deutlich jüngeres Publikum gedacht sind und Dinge wie eine Kernexplosion erklären (Godzilla vs. Sendung mit der Maus???) , sondern es gibt sogar eine absolut delirische Discoszene. Ein Mann sitzt dort und sieht irgendwann durch seinen Alkoholeinfluss alle anderen Menschen in dem Tanzschuppen mit Fischköpfen auf ihren Schultern!? Ein unbekannter früher Einfluss für Fear and Loathing in Las Vegas? Man weiß es nicht, jedenfalls sticht dieser Film durch diese Elemente deutlich aus der Reihe heraus und wird dadurch eigentlich schon wieder interessant. Mit Frankenstein hat dieser Film im übrigen rein gar nichts zu tun. Das war nur wieder eine dieser unsäglichen Erfindungen des damaligen deutschen Verleihs und der einzige Bezug zum Film ist eine Dialogzeile, die einem zuschauenden Passanten in den Mund gelegt wurde.

Das der Film so stark zwischen einer ernsten Düsternis (Umweltverschmutzung und die Folgen) und dem Charme eines naiven Kinderfilms schwankt, hat seine Ursache vor allem beim Regisseur Yoshimitsu Banno und beim Leiter der Special Effects Abteilung, Teruyoshi Nakano. Während Banno lieber einen Kinderfilm gedreht hätte, wollte Nakano wieder mehr in Richtung des original Godzilla und die Monsterschlachten gewaltiger und bedrohlicher inszenieren. Produzent Tomoyuki Tanaka lag während der Zeit der Dreharbeiten im Krankenhaus und konnte so keinen Einfluß auf die Arbeit Bannos nehmen. Als er den fertigen Film sah, war er außer sich und für Banno sollte es nicht nur der erste, sondern auch der letzte Godzilla-Film sein, den er drehen durfte.

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - ScreenshotFrankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - Screenshot

Unter dem Titel "Godzilla - Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster" ordnen Marketing den Film mit ihrer DVD-Veröffentlichung immerhin wieder der Godzilla-Reihe zu. Die Bildqualität hat aber mit den gleichen Problemen wie auch die anderen gleichzeitig erschienen Godzilla-DVDs zu kämpfen. Das immerhin anamorphe Bild leidet unter einer gerade mal durchschnittlichen Schärfe, einem nicht gerade optimalen Kontrast und vor allem wieder unter deutlichen Bewegungsunschärfen, die auf eine schlechte Normkonvertierung schließen lassen. Zumindestens der deutsche Ton ist qualitativ in Ordnung.

Wie es bildtechnisch besser geht zeigt der original japanische Trailer zum Film, der zwar auch keine Referenzqualität bietet, aber schon deutlich besser aussieht als der komplette Hauptfilm. Danach folgen mehrere Slideshows, eine mit allgemeinen Motiven, Behind-the-Scenes Fotos, Kinoaushangfotos, Merchandise Bilder und Artworks. Etwas interessant sind die unterschiedlichen Vor- und Abspänne ausgefallen, die sich teilweise sehr voneinander unterscheiden. Man kann hier zwischen den Vor- und Abspännen aus Deutschland, England und Hongkong auswählen. Neben fünf Biographien gibt es dann noch die restlichen Trailer zu aller anderen gleichzeitig erschienenen Godzilla-Filmen von Marketing.

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - ScreenshotFrankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster - Screenshot

Erhältlich ist die DVD entweder als einzelne Disk oder zusammen mit den sieben anderen Filmen in einer auf 2000 Stück limitierten Box. Die Box ist allerdings auch nur ein Pappschuber, in dem sich 4 Doppel-DVD Hüllen befinden, deren Rückencover ein zusammenhängendes Godzilla-Bild ergeben.

Quellennachweis

[1] Detlef Claus, Rolf Giesen: Godzilla, Gamera, Gappa.
[2] Jörg Buttgereit (& Freunde): Monster aus Japan greifen an. Godzilla, Gamera & Co.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 29.09.2004

Leser-Kommentare

25.12.2005, 02:12:37 S. Cape

Yeah! Das sind die Heuler, die damals in der Jugendvorstellung liefen, jeden Samstag um 14 Uhr 30 im Kino um die Ecke, Eintritt zwei (!) Mark, Sperrsitz. Und da wir nur zweihundert Meter Luftlinie entfernt wohnten, weiß nur Gott allein, wieviel ich von meinem Taschengeld dort abgeliefert habe und so zum Experten für Mumien und Monster mutierte, während gleichzeitig die Zensuren für Mathe & Co. in den Keller rauschten. Diese alten Japan-Knaller waren bei aller Kindertümlichkeit der Tricktechnik mit beeindruckendem Ernst gespielt und aufregend genug, da hatten die "Lümmel"-Luschen mit dem notorischen Hansi Kraus keine Schnitte. Über dieses Kino könnte ich ganze Kurzgeschichten schreiben. Etwas später habe ich dort die Originale von "Willard" und "Rollerball" gesehen (...es ist eine Seuche mit diesen aufgedonnerten Remakes!!) und das "Wiegenlied vomTotschlag"...vor Kurzem war ich noch mal da...und bis auf die bessere Bestuhlung hatte sich dreißig Jahre nach meiner "letzten Vorstellung" GAR NICHTS verändert...das war vielleicht ein Flash!!

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