Film Daten

Titel:
Der Krieger und die Kaiserin
Originaltitel:
Der Krieger und die Kaiserin
Land & Jahr:
Deutschland 2000
Laufzeit ca.: ?
129 Min.
Regie:
Tom Tykwer
Darsteller:
Franka Potente
Benno Fürmann
Joachim Krol
Lars Rudolph
Melchior Beslon
Ludger Pistor
Christa Fast
Susanne Bredehöft
Gottfried Breitfuss
Steffen Schult
Rolf Dennemann
Ali Nejat-Nouei
Sybille J. Schedwill
Peter Ender
Friederike Frerichs
Alternativtitel:
• Princess and the Warrior, The
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Der Krieger und die Kaiserin

Review

Der Krieger und die Kaiserin

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Sissi (Franka Potente) lebt und arbeitet in einer psychatrischen Klinik. Sie führt ein recht einsames und unspannendes Leben, kümmert sich aber mit Herz um ihre Patienten. Als sie eines Tages in der Stadt für eine Freundin was erledigen will, gerät ihr Leben völlig aus den Fugen. Bodo (Benno Fürmann) ist auf der Flucht vor einigen Leuten, die er kräftig verärgert hat. Dabei hängt er sich an einen LKW, was der Fahrer bemerkt und so vom Verkehr abgelenkt wird. Bodo springt ab und rennt weiter. Der Fahrer wendet sich wieder nach vorne und erfaßt trotz einer Vollbremsung Sissi. Die liegt nun unter dem LKW und droht langsam zu ersticken.

Der Krieger und die Kaiserin - ScreenshotDer Krieger und die Kaiserin - Screenshot

Bodo, der davon nichts mitbekommen hat, kommt auf seiner Flucht an der Unfallstelle vorbei und will sich eigentlich nur kurz unter dem LKW verstecken. Dort entdeckt er Sissi und bewahrt sie durch einen Luftröhrenschnitt vor dem Tod. Er begleitet sie noch ins Krankenhaus, aber dann trennen sich ihre Wege. Sissi ist fortan fasziniert von diesem Mann und das erste Mal in ihrem Leben richtig verliebt. Nach ihrer Genesung versucht sie alles mögliche um Bodo wiederzufinden. Trotz einiger Hindernisse gelingt es ihr Bodos Adresse herauszufinden. Sie besucht ihn in dem abseits gelegenen Haus, in dem er zusammen mit seinem Bruder Walter (Joachim Kröl) wohnt. Er will aber von ihr nichts wissen und weist sie ruppig zurück. Sissi will sich aber nicht einfach so geschlagen geben und einige Zeit später gerät das Leben beider Personen völlig außer Kontrolle...

Nach Lola rennt, der sich durch sein Tempo auszeichnete, ist man zuerst etwas überrascht von Der Krieger und die Kaiserin. Bis auf ein paar Minuten (Bodos Gerenne durch die Stadt und der anschließende Unfall) ist der Film das genaue Gegenteil des Erfolgshit von Tom Tykwer. Diesmal läßt er die Langsamkeit und die Bilder sprechen. Mit originellen Kamerafahrten, gut gemachten Computereffekten und optischen Schmeicheleien verwöhnt er das Auge des Zuschauers. Die Story ist gut durchdacht und bietet viele Überraschungen bis zum Schluß. Ich muß zugeben, manche Ideen hätte ich einem deutschen Filmemacher nicht zugetraut.

Der Krieger und die Kaiserin - ScreenshotDer Krieger und die Kaiserin - Screenshot

Eine gute Geschichte ist aber nichts ohne entsprechende Schauspieler und auch hier wird man nicht enttäuscht. Für manche mag Franka Potentes Rolle der Sissi zu dröge und naiv sein, meiner Meinung nach paßt es gut zu ihrem bisherigen Leben und ihrem Umfeld. Die Patienten der Klinik kennt man zum Teil noch aus Lola rennt und nach Anatomie ist es der zweite Film, in dem sie zusammen mit Benno Fürmann die Hauptrolle spielt.

Als Zuschauer sollte man allerdings bereit sein, sich einfach von dem Film treiben zu lassen. Es ist ein ruhiger, einfühlsamer Film und wird bestimmt dem einen oder anderen viel zu langweilig vorkommen. Mit einer Spielzeit von 129 Minuten ist er ja auch nicht gerade kurz. Das eine oder andere hätte man vielleicht etwas straffen können. Nimmt man sich aber die Zeit und Geduld, wird man mit einen Werk voller Poesie und schönen Bildern belohnt. Bei der Einführung von Bodos Charakter, als er sich über das Gelände einer Autobahnbrücke lehnt und die Kamera einen 180° Schwenk von unten nach oben über ihn macht, wurde mir im Kino fast schwindelig! Bei der Flucht der beiden vor der Polizei springen sie in einen Gartenteich und bei der anschließenden Unterwasserszenen scheint der Film anzuhalten, fast um dem Zuschauer ein Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit zu vermitteln, bevor es weitergeht. Einfach ein sehr schöner Film!

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 27.11.2000

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