Film Daten

Titel:
Godzilla - Die Brut des Teufels
Originaltitel:
Mekagojira no gyakushu
Land & Jahr:
Japan 1975
Laufzeit ca.: ?
83 Min.
Regie:
Ishirô Honda
Darsteller:
Katsuhiko Sasaki
Tomoko Ai
Akihiko Hirata
Katsumasa Uchida
Goro Mutsumi
Tadao Nakamaru
Shin Roppongi
Tomoe Mari
Toru Ibuki
Kenji Sahara
Kotaro Tomita
Ikio Sawamura
Masaaki Daimon
Toshio Kirishima
Kazuo Suzuki
Alternativtitel:
• Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong, Die
• Godzilla und der Kampf der Titanen
• Konga-Godzilla-King Kong - Die Brut des Teufels
• Escape of Mechagodzilla, The
• Escape of Megagodzilla, The
• Mechagodzilla vs. Godzilla
• Monsters from an Unknown Planet
• Monsters from the Unknown Planet
• Revenge of Mechagodzilla
• Terror of Godzilla, The
• Terror of Mechagodzilla
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Marketing
Label:
Marketing
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 83:12
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Deutsch - DD 5.1 (splitted)
Untertitel:
-
Extras:
  • 3 Trailer
  • Interview
  • 5 Bildergalerien
  • Alternative Vor- und Abspänne
  • Trailer: Gojira tai Mekagojira / Godzilla kehrt zurück / Godzilla und die Urweltraupen / Godzilla - Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster / Godzilla - Die Rückkehr des Monsters / Godzilla der Urgigant / Godzilla - Kampf der Sauriermutanten / Godzilla - Duell der Megasaurier

Godzilla - Die Brut des Teufels

Review

Godzilla - Die Brut des Teufels - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Ein neues U-Boot in der Testphase wird von einem Saurier zerstört, über der Unglücksstelle wird zudem ein UFO gesichtet. Alle Spuren führen zu dem schon lange im Exil lebenden Professor Mafune (Akihiko Hirata), der damals behauptete, er hätte den Titansaurier (im Kostüm: Katsumi Nimiamoto) entdeckt und würde ihn sogar kontrollieren können. Der Biologe Ichinose (Katsuhiko Sasaki) und Interpol-Agent Murakoshi (Katsumasa Uchida) besuchen seine Tochter Katsura (Tomoko Ai), die den beiden aber erzählt, dass ihr Vater bereits vor fünf Jahren verstorben sei und alle Unterlagen vernichtet sind. In Wirklichkeit aber hilft der Professor bereits Aliens, die die Erde erobern wollen. Dafür wollen sie den Titansaurier einsetzen und die verbesserte Version des Mechagodzilla (im Kostüm: Ise Mori), aber sie haben die Rechnung ohne Godzilla (im Kostüm: Toru Kawai) gemacht...

Godzilla - Die Brut des Teufels - ScreenshotGodzilla - Die Brut des Teufels - Screenshot

Godzilla und die Brut des Teufels schließt nahtlos an die Ereignisse aus dem ein Jahr zuvor entstandenen Gojira tai Mekagojira (Godzilla gegen Mechagodzilla) an, die Anfangscredits verwerten zur Auffrischung der Erinnerung sogar Szenen aus dem Film, bevor es dann mit der eigentlichen Handlung losgeht. Und die wandert, obwohl von Ishiro Honda inszeniert, für den Rest des Films haarscharf auf der Kante zwischen ansprechender Monster-Unterhaltung und hanebüchenen Trash entlang. Letzteres mag allerdings auch in der deutschen Synchronisation begründet sein, die manchmal doch eher unfreiwillig komisch wirkt. Die Aliens z.B. sind die Bewohner des "Black Hole Planeten" - ein Planet im einem schwarzen Loch oder wie? Jedenfalls sehen sie nicht mehr so stark nach Abkommen vom Planet der Affen aus, wie es noch im Vorgängerfilm der Fall war. Die Notizen des Dr. Mafune sind angeblich alle zerstört, aber ein Notizbuch wird in einer Leichenhalle entdeckt!? Welche Leichenhalle? Bei welcher Leiche? Während der ersten Attacke des Titansauriers verkündet das Militär, dass sich allen Menschen auf "den öffentlichen Spielplätzen" treffen sollen. Ein wahres Synchro-Gewitter...

Als Zutaten bekommt der Zuschauer alles geboten, was man im Low-Budget Bereich kennen und lieben gelernt hat. Da wäre zunächst der "Mad Scientist" Dr. Mafune, der einen unsagbaren Groll gegen die Menschen hegt, weil sie ihn damals ausgelacht haben und ihm seine Entdeckungen nicht glauben wollten. Zu ihm gehört auch seine Tochter, die er über alles liebt, aber die natürlich im weiteren Verlauf ein Umdenken in ihren Ansichten durchmacht und die Methoden ihres Vaters in Frage stellt. Allerdings hat sie schon ein besonderes Schicksal hinter und noch vor sich, aber das zu verraten würde aber den Genuß des Films schmälern, ein Brüller ist jedenfalls garantiert. Des weiteren sind als zweite Partei Aliens mit im Spiel, die äußerlich wie Menschen aussehen und lustige Helmchen mit kleinen Antennen tragen. Nicht zu vergessen die Monster, wie im Film zuvor gibt es auch wieder deren drei: der Titansaurier, Mechagodzilla (Version 2.0) und Godzilla. Und natürlich die Menschen, die wieder mal mehr zuschauen als entscheidend eingreifen, obwohl sie zumindestens ein wirksames Mittel gegen den Titansaurier haben.

Godzilla - Die Brut des Teufels - ScreenshotGodzilla - Die Brut des Teufels - Screenshot

Für einen Godzilla-Film bekommt mann den grünen Riesen aber ungewohnt selten zu sehen. Sieht man mal von der Rückblende zu Beginn des Films ab, so glänzt Godzilla während der kompletten ersten Hälfte des Films durch Abwesenheit. Sein Erscheinen wird auch nicht wie sonst üblich durch Vorzeichen angekündigt, sondern als der Titansaurier Tokio angreift, ist er einfach plötzlich da und nach dem Kampf auch sofort wieder verschwunden. Erst für den finalen Endkampf zwischen allen drei Monstern taucht er dann wieder auf. Das Hauptaugenmerk des Films liegt hier deutlich auf der Arbeit der Aliens und Mafune, dem Titansaurier und wie Ichinose versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Selbst Mechagodzilla kommt erst im Finale zum Einsatz.

Wer also rasanter Monsterkämpfe erwartet, der wird leider enttäuscht werden. Die erste Kampf zwischen Godzilla und dem Titansaurier ist ungewöhnlich kurz ausgefallen, wenigstens der Finalkampf bietet ein paar grandiose Szenen, sowie Faustkämpfe zwischen Godzilla und Titansaurier im Gegenlicht, was ganz lustig aussieht. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass damals ein wenig die Luft aus der Reihe raus war. Immerhin wurde der Humor hier deutlich zurückgezogen und etwas ernsteren Untertötenen Platz gemacht. Vielleicht haben das auch die damaligen Verantwortlichen gemerkt, denn bis zum 1984er Gojira (Godzilla - Die Rückkehr des Monsters) gab es keinen weiteren Godzilla Film. Der Film war gleichzeitig auch der letzte von Regisseur Ishiro Honda, der damals 64 Jahre alt war. Er sprang für einen anderen Regisseur ein und das Drehbuch war die erste Arbeit der Schreiberin Yukiko Takayama. Sie kam durch einen Story-Wettbewerb zum Film, in ihrem ursprünglichen Skript gab es sogar zwei Titansaurier.

Godzilla - Die Brut des Teufels - ScreenshotGodzilla - Die Brut des Teufels - Screenshot

Katsuhiko Sasaki war bereits in Gojira tai Megaro (King-Kong - Dämonen aus dem Weltall) in einem Godzilla-Film vertreten und trat Jahre später, 1989 und 1991, nochmal in Gojira tai Biorante (Godzilla, der Urgigant) und Gojira VS Kingugidora (Godzilla - Duell der Megasaurier) auf. Akihiko Hirata ist ein Veteran innerhalb der Filmreihe, war er doch schon beim original Gojira (Godzilla) und vielen weiteren Monsterfilmchen dabei. Allerdings machte er auch ernsthafte Stoffe wie die Miyamoto Musashi (Samurai) Trilogie von Hiroshi Inagaki. Goro Mutsumi als Alien-Anführer Mugal sah man bereits im Vorgänger Godzilla gegen Mechagodzilla auch als Alien.

Die DVD von Marketing stellt mal wieder keine qualitative Höchstleistung dar. Das Bild, obwohl im anamorphen 2.35:1 Format, bietet wieder mal nur eine durchschnittliche Schärfe, gerade in den Details läßt die arg nach. In Verbindung mit dem schwachen Kontrast lassen sich Einzelheiten in dunklen Szenen manchmal gar nicht mehr erkennen. Der Ton liegt einmal in seinem original Monoformat und als gefakter 5.1 Ton vor, bei letzterem wurde einfach der Monoton auf alle Surroundkanäle gelegt, was nicht viel Sinn macht. Die Qualität des Tons ist aber, von gelegentlichen Knacksern einmal abgesehen, in Ordnung. Die Extras unterscheiden sich in ihrer Art nicht großartig von dem Bonusmaterial anderer Godzillas-DVDs von marketing. An Trailern gibt es gleich vier Stück, darunter auch den deutschen, der mit Worten wie "Die neue Sensation des Horrorfilms. Blutrünstig und unbesiegbar" derbe Laune macht. Bei den anderen drei handelt es sich um zwei japanische Trailer sowie einem zum 2002er Remake Gojira tai Mekagojira (Godzilla Against MechaGodzilla). Das auf der DVD enthaltene Interview, mit einer Länge von knapp über 28 Minuten, wäre ja wirklich ein gutes Extra - wenn Marketing nicht unverständlicherweise darauf verzichtet hätten deutsche Untertitel mitzuliefern! Des weiteren gibt es noch fünf Bildergalerien, Biographien und alternative Vor- und Abspänne, und zwar die aus Deutschland, Hongkong und den USA. Trailer zu weiteren Godzilla-Filmen von Marketing gibt es ebenfalls wieder.

Erhältlich ist die DVD entweder als einzelne Disk oder zusammen mit sieben anderen Godzilla-Filmen in einer auf 2000 Stück limitierten Box. Die Box ist allerdings auch nur ein Pappschuber, in dem sich 4 Doppel-DVD Hüllen befinden, deren Rückencover ein zusammenhängendes Godzilla-Bild ergeben.

Quellennachweis

Detlef Claus, Rolf Giesen: Godzilla, Gamera, Gappa.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 27.10.2004
Letzte Textänderung: 19.05.2005

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