Film Daten

Titel:
Invasion of the Star Creatures
Originaltitel:
Invasion of the Star Creatures
Land & Jahr:
USA 1963
Laufzeit ca.: ?
69 Min.
Regie:
Bruno VeSota
Darsteller:
Robert Ball
Frankie Ray
Gloria Victor
Dolores Reed
Slick Slavin
Mark Ferris
Jim Almanzer
Anton Arnold
Anton von Stralen
Mark Thompson
Allen Dailey
Sid Kane
Richard Adams
Joseph Martin
Lenore Bond
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - MGM
Label:
MGM
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
1.66:1 / 69:16
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Englisch, Französisch, Spanisch
Extras:
  • Trailer

Invasion of the Star Creatures

Review

Invasion of the Star Creatures - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die beiden trotteligen Soldaten Philbrick und Penn (Robert Ball, Frankie Ray) werden von dem General der Abteilung zusammen mit anderen Soldaten zu einer Sondermission ausgesandt. In einer nicht weit entfernten Höhle sollen sie untersuchen, ob dort etwas aus dem Weltall gelandet ist, da vor zwei Wochen ein Einschlag gemeldet wurde, die Gegend aber zunächst radioaktiv verseucht war. Die anderen Soldaten verschwinden spurlos, während Philbrick und Penn draußen vor dem Eingang ein Picknick und ein Nickerchen halten. Als sie wieder aufwachen, finden sie sich in der Gewalt von Außerirdischen wieder: zwei gut aussehenden Alien-Frauen (Gloria Victor, Dolores Reed) sowie ihre Sklaven, zwei sogenannte VegeMonster. Durch die Erklärung, was denn Liebe ist und der praktischen Erfahrung des Küssens, können die beiden doch flüchten und versuchen nun mit Hilfe ihres Commanders und einer Gruppe von Indianern den Start des Raumschiffes zu verhindern, damit die Aliens nicht über die Erde berichten können und somit eine Invasion zur Erde leiten...

Invasion of the Star Creatures - ScreenshotInvasion of the Star Creatures - Screenshot

Wirklich billige Low-Budget Filme schwanken meist zwischen "gerade noch annehmbar", "unfreiwillig komisch und daher unterhaltsam" oder "schlecht, weil es wirklich schlecht ist". Invasion of the Star Creatures nimmt dabei einen gefährlichen Hang zu letzterem ein, auch wenn er zunächst vielversprechend beginnt. Die erste Schrifttafel des Films zeigt ein "R.I.Diculous presents", später heißt es "The story you are about to see is true, only the facts have been completely distorted", was zunächst für ein Schmunzeln sorgt und frohe Erwartungen an eine kleine Trashperle erwachen läßt. Dies wandelt sich aber leider im Verlauf der Handlung zu leichter Langeweile, da die besten Jokes bereits in den ersten zwanzig Minuten verpulvert werden. Und das ist bei einer Gesamtlaufzeit von nicht mal 70 Minuten schon fast als stramme Leistung anzusehen!

Der Hammer kommt dann, sobald die Soldaten die Höhle der Aliens betreten und von den "VegeMonster" verfolgt werden. Das "Vege" wurde aus dem englischen Wort "Vegetables" abgeleitet, was übersetzt "Gemüse" bedeutet und damit wird das Aussehen dieser obskuren Kreaturen schon fast perfekt getroffen. Man stelle sich folgendes vor: man stecke jemanden in eine enge Trainingsbuchse, gebe ihm Stoffhandschuhe und Stoffschuhe, die sowas wie Hände und Füße darstellen sollen, streife ihm einen alten Sack über, dann befestigt man Karotten oder Sellerie irgendwo im Kopfbereich und pappe zwei Golfbälle noch vorne vor, um dem Ding sowas wie Augen zu geben und fertig ist ein VegeMonster! Das sind mit Abstand die billigsten, aber auch seltsamsten Alien-Kostüme, die mir je in einem Film untergekommen sind. In einer weiteren himmelschreienden Szene sieht man dann die "Brutstätte" der VegeMonster, ein paar Blumentöpfe, aus denen Füße oder Hände herauswachsen!?

Invasion of the Star Creatures - ScreenshotInvasion of the Star Creatures - Screenshot

Dies kann man aber leider fast schon die Highlights des Films nennen, denn abseits der Höhle bzw. der Aliens macht sich doch schnell Langeweile breit. Philbrick und Penn sollen wohl sowas wie Abbott & Castello oder Dick & Doof darstellen, nur ist dies nur halb so komisch, da der Humor doch meist recht platt bleibt. Sicherlich gibt es ein paar Stellen zum Lachen im Film, aber über die ganze Spielzeit verteilt ist es einfach zu wenig. Eher nervig sind die Indianer ausgefallen, die zur eigentlichen Handlung außer ausgelassenen Tanzereien und klischeehaften Ausrastens bei dem Word "Custer" nicht viel beizutragen haben. Die beiden Alien-Damen sehen ungefähr so aus, wie man sich wohl das ideale Frauenbild der 50er/60er Jahre vorzustellen hatte, nur das man sie daneben noch in spacige Kostüme gesteckt hat. Und natürlich werden sie den Männern untertan (ausgerechnet Philbrick und Penn...), nachdem diese ihnen einmal gezeigt haben, was Liebe angeblich ist.

Somit bleibt Invasion of the Star Creatures nur für diejenigen von Interesse, die sich auch vor billigsten Trashfilmen nicht scheuen oder meinen unbedingt jeden schwarz-weiß Science Fiction Invasionsfilm der amerikanischen Filmindustrie sammeln zu müssen. Wobei eigentlich allein schon die unglaublich schlechten VegeMonsters allein den Kauf der DVD wert sind, das sind definitiv Kreaturen für die (Trash-)Ewigkeit. Es existiert von diesem Film noch eine ca. 6 Minuten längere Fassung, die für das amerikanische Fernsehen gemacht wurde, um auf das übliche TV-Film-Format zu kommen. Dankenswerterweise hat MGM darauf verzichtet den Käufern der DVD noch mehr zuzumuten und die normale Kinofassung auf DVD gebannt. Ein trashiges Vergnügen für zwischendurch, aber kein Film den man auf einer Film-Party öfters auspacken würde.

Invasion of the Star Creatures - ScreenshotInvasion of the Star Creatures - Screenshot

Regisseur Bruno VeSota hat außer diesem Film nur noch zwei weitere Filme mit den interessanten Titeln The Brain Eaters und Female Jungle inszeniert. Ansonsten war er hauptsächlich Schauspieler, dazu gehörten Nebenrollen wie in A Bucket of Blood (Das Vermächtnis des Professor Bondi), Attack of the Giant Leeches, Roger Cormans The Wasp Woman oder die Poe-Verfilmung The Haunted Palace (Die Folterkammer des Hexenjägers). Über den Rest der Darsteller gibt es nicht viel zu erzählen, sie haben meist nur noch in sehr wenigen oder unbekannten Filmen mitgemacht.

Erschienen ist dieses seltsame Werk bei MGM in ihrer "Midnite Movies" Reihe, zusammen mit dem 1973 entstandenen Invasion of the Bee Girls, der allerdings von einem ganz anderen (besseren) Kaliber ist. Das Bildmaterial ist für einen Low Budget Film Anfang der 60er überraschend gut, Kontrast und Schärfe wirken weitaus besser als bei DVD-Veröffentlichungen manch anderer schwarz-weiß Hollywood-Streifen. Der Ton ist da nicht ganz so gut, die Dialoge sind nicht immer klar verständlich, was aber wohl auch durch den Dreh an sich verursacht wurde. An Extras gibt es nur den Trailer zum Film, mehr wäre ehrlich gesagt auch verwunderlich gewesen...

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 28.03.2005

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