Film Daten

Titel:
Halloween
Originaltitel:
Halloween
Land & Jahr:
USA 1978
Laufzeit ca.: ?
92 / Min.
Regie:
John Carpenter
Darsteller:
Donald Pleasence
Jamie Lee Curtis
Nancy Kyes
P.J. Soles
Charles Cyphers
Kyle Richards
Brian Andrews
John Michael Graham
Nancy Stephens
Arthur Malet
Mickey Yablans
Brent Le Page
Adam Hollander
Robert Phalen
Tony Moran
Alternativtitel:
• Halloween - Die Nacht des Grauens
• The Babysitter Murders
• John Carpenter's Halloween
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anchor Bay Entertainment
Label:
Anchor Bay Entertainment
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / k.A.
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Halloween Unmasked 2000 - Dokumentation
  • Trailer
  • TV-Spots
  • Radio Spots
  • Cast & Crew Information
  • Bilder und Poster-Gallerie

Halloween

Review

Halloween

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Halloween 1963: Der 6-jährige Michael Myers nutzt den Abend, an dem seine Eltern weggefahren sind, um sich in das Zimmer seiner älteren Schwester einzuschleichen. Dort ermordet er sie mit mehreren Messerstichen. Danach verbringt er die nächsten Jahre in einer Anstalt unter der Aufsicht von Dr. Sam Loomis (Donald Pleasance).

30 Oktober 1978: Dr. Loomis fährt mit einer Krankenschwester zu der Anstalt, in der Michael Myers lebt. Gerade in dem Moment, wo Michael aus der Anstalt flieht. Er greift die Krankenschwester an und flüchtet mit dem Auto. Er versteckt sich im Haus seiner Eltern und startet in der Halloween-Nacht einen blutigen Feldzug durch die Straße, bei dem einige Babysitter ihr Leben lassen. Nur Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) versucht sich gegen den Killer zur Wehr zu setzen...

John Carpenters Klassiker legte den Grundstein für viele Nachfolgefilme und Kopien. Das Motiv des scheinbar ohne Grund mordenden Massenmörders, der sich vorzugsweise jugendliche Opfer sucht, wurde in vielen Filmen aufgegriffen und zieht sich bis zu heutigen Erfolgen wie Scream durch. Es ist auch kaum nachzuvollziehen, wieviele Filme an den Erfolg von Halloween anknüpfen wollten. Die bekanntesten sind da sicherlich noch die Freitag der 13. Filme mit insgesamt 9 Teilen und Filme wie Slumber Party Massacre oder Sleepaway Camp. Dabei ist Halloween im Gegensatz zu seinen Plagiaten erstaunlicherweise der blutärmste und erzielt daraus auch seine Spannung. Die eigentlich recht simple Story wurde von Carpenter in Verbindung mit seiner selbstkomponierten Musik virtuos in Szene gesetzt. Die Spannung steigert sich von Minute zu Minute. Einer der effektivsten Tricks ist es auch, eine Gefahr anzudeuten, wo eigentlich gar keine Gefahr ist. Des öfteren sieht man Personen an einsamen Orten und man glaubt, das Michael gleich zuschlagen wird, was er aber dann nicht tut, sondern erst später. Carpenter spielte dabei auch geschickt mit den Urängsten in jedem Menschen. Als Kind alleine ohne den Schutz der Eltern zuhause zu sein, eine unheimliche Bedrohung durch einen Fremden Mann, den kein anderer gesehen hat oder wie bei Lyndas Tod, das sich hinter einer Maske nicht derjenige versteckt, den man vermutet.

Auf Drängen des US-Fernsehens wurden später noch zusätzliche Handlungsszenen nachgedreht und in den Film eingefügt. Allerdings liefern diese Szenen dem Film keine neuen Aspekte, sondern beleuchten mehr nur den Hintergrund der Beziehung zwischen Dr. Loomis und Michael. Die auf 30.000 Stück limitierte US-Doppel-DVD hat beide Fassungen zu bieten und zeigt den Film in einer super Bild- und Tonqualität. Auch das Zusatzmaterial ist recht interessant, vor allem die Dokumentation. Wer hätte gedacht, das Michaels Maske ursprünglich eine Maske von William Shattner (Cpt. Kirk aus den alten Star Trek Folgen) war?

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 15.01.2000

Leser-Kommentare

08.05.2005, 09:19:00 Hani!! ( Email schreiben Homepage )

Meiner Meinung nach ist Michael Myers einfach nur Kult!!!!
Ich finde die Serie genauso wie die Friday the 13th oder Nightmare einfach nur geil.
Jedoch finde ich das Halloween 3 einfach nur beschissen ist weil er überhaupt nichts mit Michael zu tun hat!
Ich freu mich schon auf den 9 Halloween Teil (Halloween Vengeance)
Da soll angeblich Laurie (jamie lee curtis) mitspielen, aber ich weiß es nicht, hab ich nur gehört.!

10.07.2004, 11:46:49 Dietmar Kesten ( Email schreiben )

HALLOWEEN- DIE NACHT DES GRAUENS

WARUM LÄUFT MICHAEL MYERS AMOK?

von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 18. MAI 2004.


?Wer fürchtet sich vor dem schwarzen Mann??
Diesen Kinderreim kennt jeder. Psychologisch gedeutet
hat er viel mit den Urängsten kindlicher Phantasien zu
tun, worüber schon SIGMUND FREUD zu berichten
wusste.
Irgendwann wird die kindliche Phantasie zur Erwachsenenwelt,
und der ?schwarze Mann? schleicht um die Häuser, Kerzen
beleuchten seinen Fratzenkürbis, während gleichzeitig
spannungssteigernde und nervöse Musik erklingt. Die
Dunkelheit bricht herein: ?Halloween Night? ist angesagt.
Eine jährliche stattfindende Feier in Amerika, die auch
in Deutschland immer mehr Anhänger findet.
Bei ?Halloween?, das Fest am Vorabend von Allerheiligen,
das im angelsächsischen Bereich eine lange Tradition hat,
und auf das keltische Winteranfangsfest zurückgeht, verkleiden
sich vor allem Kinder, die an den Haustüren Süßigkeiten
einfordern und ?erschrecken? wollen. Hier will jede/r einmal
aus dem kindlichen Stadium heraustreten, heraus aus
der Sackgasse und hinein ins Abenteuer.

So bewegt sich die Kamera lautlos auf eine hellerleuchtete
Front eines für Amerika typischen Einfamilienhauses zu.
Mit diesem Einstieg beginnt ?Halloween- Die Nacht des
Grauens? (1978) von John CARPENTER.
CARPENTER, der damals wenig bekannt war, hatte
mit ?Dark Star-Finsterer Stern? (1974), und
?Assault on Precinct 13? (1976) Produktionen ohne großen
Aufwand.
Das Budget hielt sich in Grenzen, die Schauspieler waren
kaum bekannt, und wie in seinen ersten beiden Filmen,
so kam er auch in ?Halloween? ohne die später für ihn
so charakteristischen Experimente aus.
Auch die Handlung, die sich an dem sechsjährigen
Michael Myers festmachen lässt, der am Halloween- Abend
seien Schwester ersticht, war selbst für eine
Hollywood Produktion der damaligen Zeit nichts
Spektakuläres.
Michael Myers, der 15 Jahre später aus einer Anstalt
fliehen kann, und der hier erstmalig auftaucht, ist dann
auch Stoff genug, um weitere Filme dieses Genres
abzudrehen

?Halloween? gehörte 1978 mit zu den erfolgreichsten und
vielversprechendsten Produktionen zu diesem Zeitpunkt.
Vermutlich war das Genre des Horrors hier noch
unterentwickelt und die Produktionen
?Night of the Living Dead? (Regie: George A. ROMERO, 1968),
und ?Texas Chainsaw Massacre? (Regie: Tobe HOPPER, 1974),
die Billigproduktionen waren, sich durch Grobschlächtigkeit
und blutrünstige Schockeffekte, ekelhaften Gewaltorgien
auszeichneten, gelten mit ?Halloween? (leider!) als Meilenstein, oder
als entscheidender Schritt in der Entwicklung des Horrorfilms;
denn sie trugen dazu bei, eine Welle loszutreten, die bis zum
heutigen Tage die Geldmaschine der Produzenten bedient,
und den Kinogängern diese Bildvisionen der Ängste als
ästhetische Kompositionen zu verkaufen.

CARPENTER war nun trotz auffallender Qualitäten des
Films, die sich auch sicherlich von den heutigen
Schockern abheben, nicht unbedingt der Erneuerer des
amerikanischen Horror-Genre-Kinos.
Eine Reihe von Filmen des Altmeisters Alfred HITCHCOCK
standen ihm bei ?Halloween? wohl Pate. Erinnert werden
soll an ?Vertigo? (1958), ?Psycho? (1960),
?The Birds? (1963).
Gedacht werden kann auch an ?Les Diaboliques?
(Regie: Georg CLOUZOT, 1954), ?Touch of Evil?
(Regie: Orson WELLES, 1958).
Diese klassischen ?suspense? Filme waren in der Bedeutung
des Sprungs zum späteren Horror wohl viel bedeutender,
obwohl sie doch eigentlich nur den Psycho-Thriller
begründeten.

Hier ging es um die obsessive Einbeziehung der
Emotionen des Betrachters, was CARPENTER
geschickt ausnutze, um den qualitativen Sprung
zu markieren.
Während HITCHCOCK die Seele traktierte,
mit Ängsten spielte, mit Ahnungen, mit Hoffnungen,
unterdrückten Wünschen, den Kinobesucher in ein
Wechselbad der Gefühle tauchte, ihn neuen
Perspektiven aussetze, ging CARPENTER nun DEN
entscheidenden Schritt weiter.
Er setzte Geräusche ein, Realgeräusche, stärkte
visuelle Momente, variierte die Musik (zum Teil als
Leitmotiv), die nicht selten kontemplative
Strukturen hatte, setzte auf Phasen der Stille,
der Geräuscharmut, der wechselnden Dialoge.
Vor allem aber erreichte er durch seine
schnellen Bildschnitte, seinen Bildkompositionen
oftmals nur angedeutet, der dominierenden Kamera,
insgesamt durch seine visuellen und auditiven
Mittel, die er als eigentliches Bedrohungsmotiv
erkennbar machte, dass die subtile Mischung von
gezielten Hinweisen über die weitere Handlung
dem Zuschauer scheinbar die Bestätigung für die
überraschende Wendung gaben.

Diese bedrohliche Verunsicherung, die Orientierungslosigkeit,
die er in ?Halloween? herbeiführte (vgl. die Irritationen des
Schocks während der nächtlichen Autofahrt; Michael
entkommt trotz Straßensperren aus der Anstalt, Laurie
und Tommy auf dem Weg zur Schule, Laurie tötet den
Angreifer, der wieder aufsteht, Dr. Loomis tötet Michael,
doch die Leiche ist verschwunden), ist nur durch die
Wahrnehmung der Bilderwelt zu erschließen, die
den Spannungsbogen nicht halten kann.
Eigentlich ist so betrachtet ?Halloween? wenig spannend;
denn der Aufbau ist eher eindimensional, hat viele
Leerstellen, und man könnte, während man sich den
Film ansieht, mit seinen eigenen Ängsten beschäftigen.
Wahrscheinlich war diese Wirkung gewollt; denn die
widersprüchlichen Assoziationen sind metaphorisch,
sich deutlich an HITCHCOCK anlehnend.
Die Betrachtung der Opfer, der Täter, die Ambivalenz
des Geschehens, deuten daraufhin, dass hier alle
Facetten und Motive angelegt sind, die für viele Filme
der 80er Jahre zu einer neuen Orientierung wurden.

?Der schwarze Mann? ist in ?Halloween? auch nur eine
symbolische Figur.
Sie, die kindliche Phantasieschwellen überschreiten kann,
lässt alle Ahnungen für Phantasie und Wirklichkeit
offen, kann die Grenzen überschreiten, oder das
eigene Gefängnis nicht verlassen.
Da es rationale Erklärungen für die Inkarnation des
Bösen nicht gibt (Begegnungen mit dem Unbekannten),
werden sie verdrängt, bis die Eskalation der
Ereignisse die akute Wahrnehmung klar überschreitet.

Wie man die hereinbrechende (strafende?) Gewalt
in ?Halloween? interpretiert, bleibt Interpretationssache.
Viele Rezensenten (vgl. Helmut KORTE in:
?Fischers Filmgeschichte?, Bd. 5 (1977-1995), Frankfurt/M. 1995)
hatten sie damals als ?sexuell strafend? betrachtet, die die
?überkommenden Normen und Regeln verletzte? (ebd. S. 49).
Das bleibt beliebig, subjektiv, ein Schachspiel, bei dem man mit
traditionellen Zügen beginnt, und sich dann den obligatorischen
Attacken widmet.
Schlüssige Interpretationen gibt es hier nicht.
Doch die Kombination der Motive wie Teenager-Sex,
Brutalität, Mord, eingebettet in Spannung, Action, Schaudern
und Grauen, zahlreichen anderen filmischen Varianten- hat
unzweifelhaft ?Halloween? hervorgerufen.
Denn die Masse der Folgefilme zeigt das eindrucksvoll.
Im Sog von ?Halloween? entstanden:
?Halloween II- Das Grauen kehrt zurück?
(Regie: Rick ROSENTHAL, 1981),
?Season of the Witch? (Regie: Tommy Lee WALLACE, 1982),
?The Return of Michael Myers? (Regie: Dwight D, LITTLE, 1988),
?The Revenge of Michael Myers?
(Regie: Dominique OTHENIN-GIRARD, 1989).
Auffallend waren hier die flachen Plots, zusammengestotterte
Handlungen, endgültige Gefahrenbereinigung.

Diese Filme waren ?splatter? oder ?slasher-movies?.
Viele davon für das neue Medium, Video,
produziert, vermarktet mit dem Namen ?Michael Myers?,
was unverzichtbar wurde.
Überhaupt verzichteten diese Filme auf jedwede
Legitimation.
Bis zur Unendlichkeit verzerrt, boten sie nur sinnlose
Bluttaten. Obwohl CARPENTER nichts für diesen Unsinn
konnte, so muss man doch deutlich formulieren,
dass sein ?Halloween?, sofern man den Film als
Meilenstein des Horrors interpretiert, kompromisslos auf
Gewalthandlungen setzte.
Dass der Rest an Hoffnung für dieses Kino starb,
konnte man auch ziemlich schnell dem Streifen
?Friday the 13th? (Regie: Sean S. CUNNINGHAM, 1979)
entnehmen: sich liebende Pärchen werden hingeschlachtet,
die subjektive Kamera verfolgt jeden Schritt- bis am Ende
die Gewalt siegt.

Das jugendliche Publikum war gleich auf mehreren Ebenen
beteiligt.
Einmal an den Schockeffekten, ein anderes Mal an der
erfahrbaren Gewalt.
Und zudem auch noch an der für Horror-Filme
wesentliche und kennzeichnende Angst- und Augenlust-Erfahrung,
was durch die späteren technischen Möglichkeiten
noch gesteigert werden konnte (vgl. auch: ?Nightmare-
Mörderische Träume?, 1984, ?Nightmare 3-Freddy Krueger lebt?, 1987,
?Shocker?, 1989, ?Freddy?s New Nightmare?, 1994,
die ?Scream? Reihe ab 1996 - Regie: Wes CRAVEN).
Zwar konnte Freddy Krueger nicht an ?Halloween? anknüpfen,
CRAVEN toppte die Filme jedoch durch das kaum beachtete
Angst-Genre.
Der schon zitierte KORTE führte dazu aus:
?Hier dürfte sich dann auch ein verändertes Publikumsinteresse
widerspiegeln. Die wirklichen Gefahren außerhalb des Kinos
sind offenbar schon so bedrohlich geworden, dass eine
stellvertretende, an einem eingegrenzten Konflikt erfolgende
endgültige Gefahrenbereinigung nicht mehr glaubhaft
ist.? (ebd. S. 51).

Das Hereinbrechen des Grauens in die vertraute Realität
schickt den Kinobesucher in ?Halloween? auf einen Horrortrip.
Und abartige Morde und auffallende Greueltaten, die hier
angelegt sind, gehören später zum Kinoalltag.
Die höchstmöglichste Aktivierung der eigenen Ängste
bleibt psychologisch betrachtet, die eigentliche Bedrohung
des Films ?Halloween?.
CARPENTER, der später mit ?The Fog- Nebel des
Grauens?(1979) an seinen Erfolgsstreifen anknüpfte,
zwang auch hier dem Kinobesucher gleichermaßen
die Rolle des Opfers auf.
Die diffus empfundenen Bedrohungen, die unerfüllbaren
Wünsche und Hoffnungen, die Machtlosigkeit- das ist
das Potential des Horrors.
Einen potentiellen Zusammenhang zwischen diesen
Filmen und gesellschaftlich zu beobachtender
Zunahme der Gewaltbereitschaft besonders bei
Jugendlichen, nebst einem entsprechenden Medienkonsum,
kann allenfalls individuell und für jeden einzelnen
Film in Betracht gezogen werden.
Auf jedenfalls ließe sich feststellen, dass sich die
Wahrnehmungsbereitschaft von Brutalität und Gewalt
im Film bis zu den extremen Formen der ?slasher?
erheblich verändert hat.

Fazit: Das lustvolle Spiel mit der Angst ist kein
Kavaliersdelikt.
Das zeitgenössische Halloween- Publikum war vielleicht
noch mit Schaudern aus dem Kino gekommen.
Heutige Horror-Fans haben dafür nur noch ein Lächeln übrig.
Das zeigt die Veränderung der Wahrnehmung,
im Film und in den schmerzlichen Erfahrungen mit der Realität.

15.11.2003, 13:10:27 welpe ( Email schreiben )

Sicher, Myers ist Kult, aber ich konnte mich noch nie so für die Serie erwärmen. Teenieslasher sind nicht mein Ding.
Wo der erste Teil noch spannend ist sind die neueren Teile wirklich nur noch kalter Kaffee. Ab einem gewissen Alter sollte man gewisse Film"helden" ruhen lassen!

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann