Film Daten

Titel:
Originaltitel:
The Fifth Element
Land & Jahr:
USA / Frankreich 1997
Laufzeit ca.: ?
121 Min.
Regie:
Luc Besson
Darsteller:
Bruce Willis
Gary Oldman
Ian Holm
Milla Jovovich
Chris Tucker
Luke Perry
Brion James
Tom Lister Jr.
Lee Evans
Charlie Creed-Miles
Tricky
John Neville
John Bluthal
Mathieu Kassovitz
Christopher Fairbank
Alternativtitel:
• Cinquième élément, Le
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - BMG
Label:
BMG
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Englisch - Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Making Of
  • Dokumentation "The Elements"
  • Interviews
  • Trailer
  • Trailer zu anderen Filmen

Review

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(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Ägypten 1914: Ein Archäologe entdeckt in einem antiken Tempel seltsame Symbole, die besagen, daß alle 5000 Jahre das Böse neu aufersteht. Nur die 4 Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft können zusammen mit einem unbekannten 5. Element etwas dagegen ausrichten. Völlig fasziniert von seiner Entdeckung bemerkt er gar nicht, daß vor dem Eingang des Tempels ein riesiges Raumschiff landet. Ihm entsteigende klobige, metallische Aliens, die Mondoshawan. Sie sind auf der Erde gelandet um in der versteckten Kammer innerhalb des Tempels vier Steine, die die erdischen Elemente repräsentieren, und das fünfte Element abzutransportieren und es an einem sicheren Ort zu verstecken, denn die Geburt des Bösen ist nur noch 300 Jahre entfernt...

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300 Jahre später: Irgendwo in den Weiten des Weltalls wird ein riesiger, frisch entstandener Planet oder sowas ähnliches entdeckt, der einfach plötzlich dort aufgetaucht ist. Die Zerstörungsversuche des Militärs sorgen nur dafür, daß das Ding immer größer wird. Der Priester Vito Cornlius (Ian Holm) kann den Führungskräften schließlich die Geschichte des alle 5000 Jahre wiederkehrenden Bösen nahebringen. Just in dem Moment bittet ein Raumschiff der Mondoshawan in den Raum der Förderation einreisen zu dürfen, wird aber kurz danach durch ein Angriff der Mangalores zerstört. Die einzige überlebende Lebensform wird in einem genetischen Labor in Form des Mädchen Leeloo (Milla Jovovich) regeneriert. Eingeschüchtert durch die ihr unbekannte Umgebung und Menschen flüchtet sie und landet direkt im Taxi von Korben Dallas (Bruce Willis).

Der hilft ihr vor den Sicherheitskräften zu entkommen und bringt sie auf ihre Anweisung zu Vater Cornelius. Der ist voller Erfurcht, als er in Leeloo das fünfte Element erkennt und wimmelt Korben erstmal ab. Als Korben wieder zuhause ist, überschlagen sich die Ereignisse. Ehe er sich versieht steckt er mitten in einem wilden Abenteuer und muss irgendwie dafür sorgen, dass Leeloo, Cornelius und er die Vernichtung der Erde verhindern können...

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Nach seinen bodenständigen Filmen wie Subway, The Big Blue und Leon der Profi, trieb es Regisseur Luc Besson in die Weiten des Weltalls und läßt es dabei so richtig krachen. Die ersten Ideen zu der Geschichte hatte er bereits mit 16 Jahren. Das fünfte Element präsentiert sich als bonbonfarbenes Comic-Abenteuer ohne viel Tiefgang und markante Charaktere. Und darin liegt meiner Meinung nach auch das Problem. Man schaut sich den Film an und nach dem Abspann denkt man sich: "Hey, netter Film", hat ihn dann aber schon recht schnell verarbeitet und vergessen.

Wie es sich für ein zünftiges SF-Abenteuer der 90er handelt, wird auf der optischen Ebene geklotzt und nicht gekleckert. Auf opulente Weltraumschlachten wurde zwar größtenteils verzichtet, dafür präsentiert sich das New York des 23. Jahrhunderts als eine riesige Metropole, in der die inzwischen lufttauglichen Autos übereinander statt nebeneinander langfliegen, diverse Abbiegungen nach oben und unten inbegriffen. Fast alles ist automatisiert und die Waffen komplex und höchst effektiv. Ansonsten wurde vieles der Handlung in sich abgeschlossene Räume verlegt, was den Film wieder etwas näher zum großangelegten Actionkino bringt. So darf Bruce Willis beim Techtelmechtel mit den Magalores auf dem Vergnügungsraumschiff wieder nach Herzenlust durch die Luft wirbeln, schwitzen und ballern. Dafür braucht man halt keine Computertricks.

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Somit präsentiert Willis auch wieder den auf ihn zugeschnittenen Charakter des standfesten, aber durchaus auf die Kacke hauenden Helden wider Willen, ein Image was ihm spätestens seit den Die Hard / Stirb langsam Filmen anhaftet und erst in letzter Zeit dank The Sixth Sense wieder losläßt. Gary Oldman darf wieder den Bösewicht raushängen lassen, als pseudo-Hitler-gestylten Großindustriellen Zorg, bleibt aber weit hinter seinen Leistungen aus Leon der Profi und True Romance zurück. Sein Charakter bekommt eine zusätzliche trottelig-humorige Seite verpaßt, die ihn als Oberbösewicht nicht wirklich glaubwürdig rüberkommen läßt. Ian Holm dürfte ja noch jedem als Opfer des ersten Aliens bekannt sein, seine weitere Laufbahn beinhaltet unter anderem Terry Gilliams Time Bandits und Brazil, Cronenbergs Naked Lunch und später eXistenz und ist zur Zeit mit Lord of the Rings / Herr der Ringe beschäftigt. Hauptdarstellerin Milla Jovovich wurde noch im gleichen Jahr Bessons Ehefrau und spielte zwei Jahre später ebenfalls die Hauptrolle in seinem nächsten Film Messenger: The Story of Joan of Arc / Johanna von Orleans. Höchst amüsant ist auch, daß Beverly Hills 90210-Oberspacken Luke Perry noch groß im Vorspann erwähnt wird, aber nach 10 Minuten sein Part schon durch ist...

Unterm Strich bleibt ein gut unterhaltender, wenn auch nicht wirklich wichtiger Film über, der einen lauen Abend bei Chips und Getränk durchaus zu verkürzen weiß. Große Ansprüche sollte man nicht stellen, dafür sind die Charaktere zu klischeehaft und die Story zu vorhersehbar. Die deutsche Fassung ist ein wenig nerviger in Form der Synchronisation des durchgeknallten Radiomoderators Ruby Rhod ausgefallen. Die Stimme ist so penetrant-nervig das man sich wünscht, Willis möge doch einmal gezielt danebentreffen... Kleine Anekdote am Rande: Als sich der Archäologe zu Beginn des Films plötzlich den Mondoshawan gegenüber sieht, fragt er in der Synchronisation: "Sind sie von der Erde?", während es im Orignal heißt: "Are you German?"...

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Die DVD des Films sorgte damals in Deutschland für etwas Furore, war sie doch einer der ersten, die ein bißchen mehr zu bieten hatte als nur den Film und vielleicht einen Trailer. Daneben befindet sich noch zwei Making-Ofs auf der DVD, Infos über Regisseur und Schauspieler und diverse Trailer zu Filmen, die im Zusammenhang zum Regisseur oder Schauspieler stehen. Die Bildqualität geht eigentlich voll in Ordnung, und galt damals als Referenz. Heutzutage kann sie natürlich nicht mehr ganz einem Vergleich zu aktuellen Qualitätsproduktionen standhalten kann, immerhin gibt es sie ja schon seit gut 2 Jahren.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 03.07.2001

Leser-Kommentare

21.03.2007, 16:53:03 Dietmar Kesten

DAS FÜNFTE ELEMENT

NEUSPRACHE?

von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 15. JANUAR 2007.

Viel bringt „Das fünfte Element“ (Regie: Luc Besson, 1997) nicht zustande. Im 23. Jahrhundert trifft der New Yorker Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis) auf Leeloo (Milla Jovovich), die in einem Frauenkörper wiedergeborene Inkarnation menschlichen Lebens. Mit deren Hilfe es ihm gelingen soll, die Welt zu retten und das Böse abzuwenden.

Was dem Zuschauer vorgesetzt wird, spottet jeder Beschreibung. Wird davon ausgegangen, dass hier Logik fehlt am Platz ist, dann bleibt nur noch die knallig-bunte Show über, die in ein bombastisches pyromane Spektakel aus Dekor und Effekten einmündet. Der französische Roland Emmerich, Besson, hat plagiatiert, wo es eben möglich war. Von Fritz Langs („Metropolis“), bis zu „Star Wars“ und „Blade Runner“ ist alles dabei.

„Das fünfte Element“, das ist die Welt als visuelles Design, wo jede Nuance mit dem Schrott des 20.Jahrhunderts untermalt ist. Die Kitschstory, die ihre Themen aus den Ruinen des Modernismus zieht, steuert von Anfang an auf die Events der Kulturindustrie zu. Das angesprochene junge Publikum, das mit den benötigten Accessoires und einer speziellen Performance bei Stange gehalten werden soll, bleibt in dieser postmodernen Inszenierungsmaschine zunehmend hilflos.

Im Lifestyle Look mit kessen Frisuren, abgedrehter Musik und sich verwandelnden Gestalten ferner Galaxien, wird „Das fünfte Element“ zu einer Luftnummer, die in die Beliebigkeit abdriftet. Die bunte Vielfalt der Event-Kultur, die schon einer gewissen Innerlichkeitsästhetik nahe kommt, ist im Film zur reinen Kommerzialisierung aufgeblasen. Was hier popkulturell höchst unsympathisch daherkommt, kann sich doch nur als verzweifelte Anpassung an den Modernismus verstehen, der hier seine Botschaften zunehmend streut.

Die Gesellschaft, auch wenn sie futuristisch ins 23.Jahrhundert verlegt wird, erscheint als abstrakte Verwertungslogik, die sich in sinnlich-übersinnlichen Dingen der Ware manifestiert bzw. im Spektakel des Vergnügens. Der Film setzt auf Künstlichkeit. Und kommt auch von ihr nicht mehr los.

Während Korben schon in der Eingangssequenz sein schräges Outfit um ein farbenprächtiges Taxi erweitern kann, sind im weiteren Handlungsverlauf alle Dinge mit jener Grelle und einer ins Auge stechenden Kostümierung unterlegt, die der Popkultur entlehnt sind. Und wohl als „bodenständig“ gelten. Doch der Flash, der hier entsteht, ist ein Schock. Und nicht nur fürs Auge.

Vielleicht wollte Besson seinen Film als Popuniversum verstehen, als Hommage an die Leitmelodie der heutigen Zeit? Dann hätte er doch ziemlich deutlich seine Reflexionen verraten.

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann