Film Daten

Titel:
Beichtet Freunde, Halleluja kommt
Originaltitel:
Land & Jahr:
Italien / Deutschland / Frankreich 1972
Laufzeit ca.: ?
92 Min.
Regie:
Giuliano Carnimeo
Darsteller:
George Hilton
Lincoln Tate
Agata Flori
Raymond Bussières
Riccardo Garrone
Aldo Barberito
Michael Hinz
Roberto Camardiel
Nello Pazzafini
Paolo Gozlino
Umberto D'Orsi
Renato Baldini
Peter Berling
Martial Bouisson
Adriana Facchetti
Alternativtitel:
• Return of Halleluja
• The West Is Tough, Amigo... Alleluja's Here
• The West Is Very Close, Amigo
• Alléluia défie l'Ouest
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Starmedia
Label:
Starmedia
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 / 91:42
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Untertitel:
-
Extras:
-

Beichtet Freunde, Halleluja kommt

Review

Beichtet Freunde, Halleluja kommt - Logo

(Ein Review von Frank Meyer)

Die miteinander im Clinch liegenden Mexikaner und Österreicher streiten sich um den "kleinen Indio", ein aztekisches Götzenbild, dessen Besitzer automatisch die Pueblo-Indianer auf seiner Seite hat. Dummerweise ist Geldhai Ferguson beiden Parteien zuvorgekommen und hat die Figur in seinen Besitz gebracht, um von Kaiser Maximilian die Rechte am Abbau mexikanischer Silberminen erpressen zu können. Vollends perfekt wird das Chaos aber erst als der "kleine Indio" zufällig in die Hände von Diebin Fleurette fällt, die ihn unwissenderweise für ein sicheres Versteck für geklaute Juwelen im Wert von 100.000 Dollar hält. Denn wer würde sich schon für so ein hässliches Ding interessieren?! So wechselt die Statue ein ums andere Mal den Besitzer, während die Meute in ihrem Schlepptau von Station zu Station wächst - und mittendrin Schlitzohr Halleluja (George Hilton), der profitorientiert mit allen Seiten Geschäfte macht.

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Die Grundidee möglichst viele Leute hinter irgendeinem abstrusen Ding herjagen zu lassen war ganz bestimmt 1972 kaum origineller als sie es heute ist. Und wenn man sich das ganze dann auch noch als Westernkomödie al Italia vorstellt, die offensichtlich bemüht war auf einer Erfolgswelle mit zu schwimmen, welche ganz speziell vom Charisma zweier Darsteller profitierte, die hier nun mal nicht mit von der Partie waren, muss man ja fast mit dem Schlimmsten rechnen. Also doch lieber gnädig den Schleier des Vergessens über dieses Machwerk sinken lassen? Auf keinen Fall! Zugegeben: Insbesondere in einigen Prügelszenen werden die übelsten Befürchtungen wahr und der Film wirkt tatsächlich wie der misslungene Versuch einer Spencer/Hill-Kopie, aber eines bewahrt den Film vor der Bruchladung: sein grandioser Einfallsreichtum. So schlicht der Handlung auch sein mag, was die Kreativität in den Details angeht, ist Beichtet Freunde, Halleluja kommt beinah so etwas wie die Krönung des Klamaukwesterns.

So wird die italienische Prärie hier neben den üblichen Klischeecharakteren aus dem Spaghettiwestern-Baukasten, wie man sie zur Genüge aus den Filmen der Herren Hill und Spencer kennt, auch von eher ausgefallenen Protagonisten wie österreichischen Pickelhaubenträgern oder einem gestikulierenden Azteken bevölkert. Den Vogel schießt aber Hauptfigur Halleluja ab, der es in seinem zweiten Kinoabenteuer nicht nur an Coolness locker mit Django, Sartana und Co. aufnimmt, sondern mit seinem Mantel voller Überraschungen sogar Batman Konkurrenz machen könnte. Sein erstaunliches Arsenal reicht von explosiven Ballongeschossen bis zur portablen Schreibmaschine für den spontanen Vertragsabschluss unterwegs. Um Hallelujas nicht unbedingt bescheidene Selbsteinschätzung zu zitieren: "Halleluja hat immer Ideen."

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Mit Einfallsreichtum glänzt hier übrigens nicht nur Halleluja, sondern auch und vor allem die deutsche Synchronabteilung, die wie schon in Carnimeos zwei Jahre früher gedrehtem Sartana - Noch warm und schon Sand drauf (Buon funerale, amigos... paga Sartana!, 1970) alles in Grund und Boden kalauert - selbstredend inklusive der Stimmen von Spencer und Hill. So tarnt sich Fergusons Lakai unter Garantie nur hierzulande mit dem Decknamen Franz Gans, ebenso wie sich ein gewisser Erwin Pomerenke wohl exklusiv in der deutschen Fassung die Ehre geben wird. Nicht dass die Synchronisation preisverdächtig wäre, aber zumindest passt die überdrehte Sprache ausnahmsweise mal zur durchgeknallten Handlung und wer über die trockenen Sprüche im eben genannten Sartana-Streifen schmunzeln konnte, der wird auch hier auf seine Kosten kommen.

Zitat

Siedler Abel zitiert aus der heiligen Schrift: Und dann fragt der Herr den Kain: Kain, was hast Du mit Deinem lieben Bruder angestellt? Er ist gegen einen Baum gelaufen, der blöde Abel, sagte Kain.

Abgesehen von den bereits erwähnten äußerst schwachen Prügelszenen, die in ihrer Plattitüde nun wirklich keine Freude aufkommen lassen, gibt es zum Glück auch bessere Momente, in denen man sich auf angenehme Weise an klassischen Slapstick a la Laurel & Hardy erinnert fühlt. Der feingeistige Humor mag dabei zwar auf der Strecke bleiben, aber Timing und Umsetzung stimmen. Oder um es anders zu formulieren: Das Wasser ist zwar flach, aber man muss ja auch nicht unbedingt mit dem Kopf zuerst reinspringen!

Beichtet Freunde, Halleluja kommt - ScreenshotBeichtet Freunde, Halleluja kommt - Screenshot

Hinzu kommt ein glänzend aufgelegter George Hilton, der hier statt andere Filmhelden kopieren zu müssen zur Abwechslung mal einen eigenen Charakter mit Leben füllen durfte und seine Sache als ausgefuchstes, mit allerlei Tricks und Waffen arbeitendes Schlitzohr wirklich gut macht. Offensichtlich kommt dem gebürtigen Uruguayer diese Rolle weitaus mehr entgegen als die des eiskalten, wortkargen Rächers oder Bösewichts. Auch die übrigen Darsteller liefern eine solide Leistung ab, wobei die Besetzungsliste bei genauerem Hinsehen ein paar echte Überraschungen parat hält. Aber dazu später mehr...

Beichtet Freunde, Halleluja kommt stammt aus der Spätphase des Italowesterns, als das Genre seinen Zenit bereits überschritten und den ursprünglich so markanten dreckigen Charme zunehmend abgelegt hatte. Bud Spencer und Terence Hill hießen die neuen Helden und mit ihrem Erfolg trat der Einfluss des italienischen Schelmenromans, der zwar schon zu Beginn eine wichtige Wurzel des Spaghetti-Westerns darstellte, endgültig in den Vordergrund. So kommt zum Beispiel der Kaspertruppe von Kaiser Maximilian kaum mehr als eine reine Comedy-Funkion zu. Da auch auf bleihaltige Shootouts praktisch komplett verzichtet wurde (denn sterben tut hier eigentlich niemand - zumindest keine der Hauptfiguren), kommen Freunde des klassischen Italowesterns tatsächlich kaum mehr auf ihre Kosten, was im übrigen auch die recht geteilten Meinungen zu diesem Streifen erklären dürfte. Reine Geschmackssache: Während bspw. die offensichtliche Blechklappe im Boden der "antiken" Steinfigur für manche nichts als blanker Unsinn ist, sind genau solche Kleinigkeiten für andere erst das Salz in der Suppe.

Beichtet Freunde, Halleluja kommt - ScreenshotBeichtet Freunde, Halleluja kommt - Screenshot

Nun aber zu einem etwas ausführlicheren, weil lohnenden Blick auf die Beteiligten vor und hinter der Kamera. Giuliano Carnimeo, der Regisseur mit dem Faible für "heilige" Filmnamen (Composanto, Spirito Santa, Halleluja,...), hat seine bekanntesten Werke im Bereich des Italowesterns abgeliefert. Darunter unter dem Pseudonym Anthony Ascott seine Sartana-Trilogie mit Gianni Garko als Titelhelden, also Sartana - Töten war sein täglich Brot (Sono Sartana, il vostro becchino, 1969), Sartana kommt (Una nuvola di polvere... un grido di morte... arriva Sartana, 1970) und Sartana - Noch warm und schon Sand drauf (Buon funerale, amigos... paga Sartana!, 1970) - und eben die die beiden Halleluja-Filme mit George Hilton in der Hauptrolle, Man nennt mich Halleluja (Testa t'ammazzo, croce... sei morto... Mi chiamano Alleluja, 1971) und Beichtet Freunde, Halleluja kommt (Il west ti va stretto, amico... è arrivato Alleluja, 1972). D.h. was den Italowestern angeht, war Carnimeo eher ein Mann für die spaßigen Varianten des Genres.

Mit dem Ende der Westernwelle dümpelte Carnimeos Karriere ohne wirklich nennenswerte Veröffentlichungen nur mehr vor sich hin. Den Schlusspunkt setzte er 1988 mit dem Tierhorror Ratman (Quella villa in fondo al parco), der zumindest noch mit den alten Haudegen des italienischen Exploitationkinos David Warbeck (Geisterstadt der Zombies, Jäger der Apokalypse) und Janet Agren (Ein Zombie hing am Glockenseil, Lebendig gefressen) aufwarten kann.

Mit George Hilton scheint sich der Regisseur gut verstanden zu haben; denn nach ihrer ersten gemeinsamen Zusammenarbeit Django - Ein Sarg voll Blut (Il momento di uccidere, 1968) besetzte er ihn immer wieder oft und gerne, so u.a. in Kennst Du das Land, wo blaue Bohnen blühn? (Lo chiamacano Tresette... giocava sempre con il morto, 1973), Der Dicke, das Schlitzohr und drei Halleluja (Di Tresette ce n'è uno tutti gli altri son nessuno, 1973) und Wenn Engel ihre Fäuste schwingen (Fuori uno sotto un altro arriva il passatore, 1973). Weitere Zusammenarbeiten waren der Horrorthriller The Case of the Bloody Iris (Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?, 1971) und der in Deutschland der Django-Titelseuche zum Opfer gefallene Sartana-Nachklapp Django - schiess mir das Lied vom Sterben (C'è Sartana... vendi la pistola e comprati la bara, 1970).

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So verdankt es Hilton nicht zuletzt Carnimeo, dass er zu den bekanntesten Gesichter des Spaghetti-Westerns zählte, auch wenn er sich hierzulande vor allem als Django-Darsteller einen Namen machen konnte. Seinen ersten größeren Auftritt hatte der Jorge Hill, so sein bürgerlicher Name, an der Seite von Klaus Kinski in Das Gold von Sam Cooper (Ognuno per se, 1966), einem der Schwellenfilme zwischen klassischem und italienischen Western.1966 folgte dann eine Hauptrolle in Lucio Fulcis Django - Sein Gesangbuch war der Colt (Tempo di massacro) neben Franco Nero. Ebenfalls unter der (Co-)Regie von Fulci spielte er an der Seite von Ernie "Airwolf" Borgnine in Um sie war der Hauch des Todes (Los Desesperados, 1969). In Zuge der von deutschen Verleihern durch das Wunder der Synchronisation ausgelösten Django-Flut wandelte George Hilton dann mehrmals namentlich in die Fusstapfen von unser aller Lieblings-Desperado, allerdings ohne den Django mit Neros eingefrorener Miene zu spielen. Mit Leg ihn um, Django (Vado... l'ammazzo e torno, 1967), Django - Melodie in Blei (Uno di più all inferno, 1969) und Ein Halleluja für Django (La più grande rapina ne west, 1967) waren darunter sogar drei der interessanteren "Django"-Werke.

In den 70ern war er nach Verdrängung des Italowesterns aus den Kinos in italienischen Polizeifilmen wie Gewalt über der Stadt (Torino violenta, 1978), aber ebenso in Giallis wie bspw. dem bereits erwähnten The Case of the Bloody Iris (1972) oder Sergio Martinos Die Farben der Nacht (Tutti i colori del buio, 1972) sowie Der Schwanz des Skorpions (La Coda dello scorpione, 1971) zu sehen. Seinen letzten für Genre-Fans interessanten Auftritt hatte er in Lamberto Bavas Fernseh-Grusler Diner with the Vampire (A cena col vampiro, 1988).

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Roberto Camardiel gibt wie schon im ersten Halleluja-Streifen den einfältigen General Ramirez, ist aber nicht der einzige der Darsteller, der in beiden Filmen mitgespielt hat. Er gehört zu den bekannteren Darstellern des Genres und wurde schon von Guilio Questi im Klassiker Töte, Django (Se sei vivo spara, 1967) besetzt und war in einer Nebenrolle auch in Sergio Leones Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollaro in più, 1965) zu sehen. Zu seinen anderen bekannteren Filmen gehört Sergio Sollimas Debüt Der Gehetzte der Sierra Madre (La Resa dei conti, 1966) mit Lee van Cleef und Tomas Milian. Ende der 70er war für ihn nach zwei dürftigen Produktionen, namentlich Leon Klimovskys Macht des Blutes (El extrano amor de los vampiros, 1977) und Amando de Ossorios Der Exorzist und die Kindhexe (La Endemoniada, 1975), Schluss im Filmbiz.

Die hübsche Agata Flori (Fleurette) hat zwar nicht wirklich viele Filme gemacht, war aber wie Camardiel in beiden Halleluja-Streifen zu sehen, wenn auch in unterschiedlichen Rollen. Vorher spielte sie in zwei Western um den zu Recht vergessenen Pistolero McGregor (Die 7 Pistolen des McGregor, Eine Kugel für McGregor) von Rocco-Regisseur Franco Giraldi mit.

Ihr filmischer Kumpan Lincoln Tate (Schotte Archie) hatte im gleichen Jahr einen ungleich männlicheren Auftritt als Weihwasser Joe (Acquasanta Joe, 1971) und stellte sich wenig später im Heuler Die Frauen, die man Töterinnen nannte (Amazzoni: donne d'amore e di guerra, 1973) wilden Amazonen zum Kampf. Seine bisher letzte Vorstellung gab er als Nebendarsteller und (Mit-)Produzent der Linda Blair-Gurke Grotesk (Grotesque, 1988).

Beichtet Freunde, Halleluja kommt - ScreenshotBeichtet Freunde, Halleluja kommt - Screenshot

Unter den österreichischen Truppen finden sich zwei unbedingt erwähnenswerte deutsche Schauspieler. Michael Hinz (von Steffen) gehörte neben Fritz Wepper zu den blutjungen Hauptdarstellern in Bernhard Wickis unvergesslichen Antikriegsfilm Die Brücke (1959). Während Hinz im Kino aber nur noch als Nebendarsteller im starbesetzten Der längste Tag (The Longest Day, 1962) sowie dem Heimat-Hit Das Erbe von Björndal (1960) Station machen konnte, hatte es ein zweiter der Pickelhaubenträger aber noch um einiges weiter gebracht: Kommandant Schultz alias Peter Berling.

Peter Berling? Bei wem es jetzt nicht sofort klingeln sollte, der braucht eigentlich nur in einen beliebige DCTP-Nachtclub reinzappen. Der verkleidete Typ, der dort mindestens in jeder zweiten Sendung im Gespräch mit einer Stimme aus dem Off gezeigt wird, das ist Peter Berling. Schauspieler, Autor, Künstler, umtriebiges Was-auch-immer. Nicht nur dass er mehrfach mit Rainer Werner Fassbinder (Liebe ist kälter als der Tod, Die Ehe der Maria Braun, Die Sehnsucht der Veronika Voss) und Werner Herzog (Aguirre, der Zorn Gottes, Fitzcarraldo, Cobra Verde) gedreht hat, er war auch bei so klangvollen Filmen wie Der Name der Rose (1986) und Die letzte Versuchung Christi (The Last Temptation of Christ, 1988) mit dabei. Seinen bislang letzten kleinen Auftritt hatte er in Scorseses Gangs of New York (2002). Sogar in Helge Schneiders Anti-Filmen Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem (1993) und Praxis Dr. Hasenbein (1997) war er mit von der Partie.

Nun mag man insbesondere von letzteren Streifen halten was man will, als Drehbuchschreiber hätte er sich auf jeden Fall lieber nicht versuchen sollen. Denn kaum zu glauben, aber ihm ist die "Story" hinter den beiden East(ern) meets West(ern)-Streifen Alle für einen - Prügel für alle (Tutti per uno... botte per tutti, 1973) und Es knallt - und die Engel singen (1974) zuzuschreiben. Während in ersterem zumindest noch George Eastman agierte, nervten im zweiten die Les Humphries-Singers und das "Malle-Evil" höchstpersönlich, Jürgen Drews.

Beichtet Freunde, Halleluja kommt - ScreenshotBeichtet Freunde, Halleluja kommt - Screenshot

Umberto D'Orsi (Ferguson) hat ähnlich wie viele andere der Nebendarsteller in fast allen Filmen von Regisseur Carnimeo eine Nebenrolle übernommen. Erwähnenswert ist auch sein Auftritt neben Klaus Kinski im Eastern-Italo-Crossover Der Mann mit Kugelpeitsche (Il mio nome è Shanghai Joe, 1972), der vor allem durch den mehrfach recyclten Score von Bruno Nicolai bekannt geworden ist.

Auch Paolo Gozlino und Aldo Barberito durften die Erfahrung eines Drehs mit Kinski machen, und zwar am Set von Antonio Margheritis Dracula im Schloss des Schreckens (Nella stretta morsa del ragno, 1971) bzw. Die Mörder des Clans (Prega il morto e ammazza il vivo, 1970). Barberito drehte mit Carnimeo auch Ein Halleluja für Camposanto und Ein Halleluja für Spirito Santo, während Gozlino nicht nur in letzterem, sondern auch im ersten Teil der Halleluja-Reihe mitmischte. Zuvor leiste er aber wesentlich bedeutendere Genre-Beiträge durch seine Rollen in Django und die Bande der Bluthunde (Django il bastardo, 1969), Django - Melodie in Blei und (Joko invoca dio... e muori, 1968). Ebenfalls in Django und die Bande der Bluthunde mit von der Partie war Riccardo Garrone, der hier einen Kurzauftritt als stotternder Zorrorverschnitt Zagaya hat.

Eine Cinecittà-Nebendarsteller wie aus dem Bilderbuch ist Nello Pazzafini, von dem man fast sagen könnte, dass er mindestens in der Hälfte der hier genannten Filme aufgetaucht ist. In den 60ern bevölkerte er den Sandalenfilm, dann wechselte er zum Spaghettiwestern und fristete schliesslich nach dem Niedergang des Genres sein Dasein in den Trümmern der italienischen Filmindustrie, sprich Superbullen-Haudruff-Filme und Barbaren-Movies (Ator - Herr des Feuers, Er - Stärker als Feuer und Eisen).

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Zum Schluss noch ein kleiner Blick hinter die Kulissen: Der gelungene Soundtrack stammt von Stelvio Cipriani, der James Camerons schändliches Debüt Piranha 2 - Fliegende Killer (1981) ebenso vertonen durfte wie Joe D'Amatos Woodoo Baby - Insel der Leidenschaft (Orgasmo nero, 1980) oder Umberto Lenzis Grossangriff der Zombies (Incubo sulla città contaminata, 1980). Tatsächlich hat Cipriani aber durch seine Scores vor allem auch den italienischen Polizeifilm (z.B. Der Tod trägt schwarzes Leder) mit geprägt und ist bis heute als Komponist gut im Geschäft. Spätestens seine Zusammenarbeit mit Legende Mario Bava (Im Blutrausch des Satans, Baron Blood) sicherte ihm einen festen Platz im Gehörgang der Liebhaber des italienischen Genre-Kinos.

Dennoch, das uns allen bei weitem vertrauteste Crew-Mitglied, auch wenn dies kaum jemandem bewusst sein dürfte, ist Carnimeos Regie-Assistent Arne Elsholtz. Das ist nämlich kein geringerer als der spätere deutsche Synchronsprecher von u.a. Tom Hanks, Bill Murray, Kevin Kline oder Eric Idle. Tja, auch eine Stimme kann Karriere machen...

Beichtet Freunde, Halleluja kommt - ScreenshotBeichtet Freunde, Halleluja kommt - Screenshot

Ganz im Gegensatz zur Crew braucht man über die Qualität der Starmedia-Veröffentlichung, egal ob in Bild oder Ton, nicht allzu viele Worte zu verlieren. Zum reinen Anschauen akzeptabel und sicherlich besser als die alten VHS-Bänder werden die Möglichkeiten des Mediums nicht gerade ausgereizt. Bilddefekte und Verschmutzungen halten sich zumindest in Grenzen und trüben das Filmvergnügen erfreulicherweise kaum. Die deutsche Tonspur (DD 2.0) ist zwar gut verständlich, aber auf alternativen Originalton (um z.B. die Auswirkung des Synchronisation zu überprüfen) hofft man leider vergebens.

Die Extras sind eben so schnell beschrieben; d.h. kurzgesagt herrscht hier absolute Fehlanzeige. Nicht einmal den obligatorischen Trailer hat Starmedia mit auf den Silberling gepackt. Schade drum, wäre der doch durchaus unterhaltsam gewesen. Umso erstaunlicher wiederum, dass ein anständig animiertes Menü zusammengebastelt wurde. Aus Perspektive des Nostalgikers punktet die DVD darüberhinaus mit dem ursprünglichen, schön gestalteten Kinoplakat als Covermotiv - ein Bonus, den man bei allzu vielen Veröffentlichungen schmerzlich vermisst. So ist die Ausstattung zwar dürftig, aber zumindest das Preisleistungsverhältnis des meist recht günstig zu erstehenden Titels stimmt.

Autor: Frank Meyer
Film online seit: 07.01.2005
Letzte Textänderung: 13.01.2006

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