Film Daten

Titel:
Planet of the Vampires
Originaltitel:
Terrore nello spazio
Land & Jahr:
Italien 1965
Laufzeit ca.: ?
86 Min.
Regie:
Mario Bava
Darsteller:
Barry Sullivan
Norma Bengell
Ángel Aranda
Evi Marandi
Stelio Candelli
Massimo Righi
Fernando Villena
Mario Morales
Ivan Rassimov
Federico Boido
Alberto Cevenini
Franco Andrei
Alternativtitel:
• Planet der Vampire
• Demon Planet
• Haunted Planet
• Haunted World
• Outlawed Planet
• Planet of Blood
• Planet of Terror
• Planet of the Damned
• Space Mutants
• Terroren el espacio
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - MGM
Label:
MGM
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 / 87:27
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
Französisch, Spanisch
Extras:
  • Trailer

DVD Daten

DVD Cover - Legend Films
Label:
Legend Films
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 83:57
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Super-8-Fassung
  • 2 Trailer
  • Booklet mit Aushangfotos

Planet of the Vampires

Review

Planet of the Vampires - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Zwei Raumschiffe, die Argos und die Galyot, sind im All unterwegs, und folgen einem unbekannten Signal, das von dem unerforschten Planeten Aura kommt. Als sie sich dem Planeten nähern, setzt urplötzlich eine gewaltige Anziehungskraft ein. Die meisten Besatzungsmitglieder werden bewußtlos, nur Captain Mark Markary (Barry Sullivan) von der Argos kann bei Sinnen bleiben. Die Argos landet trotz allem sicher auf dem Planeten, aber sobald die anderen Besatzungsmitglieder zu sich kommen, stürzen sie sich voller Aggressivität auf ihren Kollegen und versuchen ihn umzubringen. Nach einem kurzen Kampf beruhigen sie sich aber wieder und wissen gar nicht, was mit ihnen passiert ist. Ein Erkundungstrupp schlägt sich zu der weiter entfernt gelandeten Galyot. Dort angekommen, finden sie sämtliche Besatzungsmitglieder tot vor, scheinbar haben sie sich alle gegenseitig umgebracht. Die Leichen werden begraben.

Planet of the Vampires - ScreenshotPlanet of the Vampires - Screenshot

Leider sind einige wichtige Bauteile der Argos bei der Landung beschädigt worden, so daß sie noch einige Zeit auf dem Planeten bleiben müssen, bis alles repariert ist. Es werden Wachen aufgestellt, die häufiger ungewöhnliche Beobachtungen machen. Eine Frau meint sogar ein paar Männer der verstorbenen Galyot-Besatzung gesehen zu haben. Das alles ist sehr mysteriös und die Mannschaft fühlt sich immer mehr von einer unbekannten Kraft bedroht. Schließlich entdecken sie ein weiteres Raumschiff. Es muß sich schon sehr viel länger auf dem Planeten befinden, um und im Raumschiff finden sich noch die Skelettreste der Lebewesen, die das Raumschiff gesteuert haben. Sie waren ca. dreimal größer als ein durchschnittlicher Mensch. Als sie wieder zu der Argos zurückkehren, passiert bald wieder etwas unnatürliches. Zwei Mitglieder der eigentlich verstorbenen Galyot-Besatzung kommen zu ihnen, darunter auch Cpt. Marks Bruder. Sie können sich an nichts erinnern was seit dem Anflug auf den Planeten passiert ist. Sie werden auf der Argos einquartiert.

Aber schon kurze Zeit später werden sie bei einer Sabotageaktion erwischt. Sie stehlen ein wichtiges Gerät aus dem Schiff. Einer der beiden kann gestellt werden und bietet Cpt. Mark und seinen Leuten ein überraschendes Geständnis. Der Planet wird von einer Lebensform bewohnt, die als eine Art Geistwesen ohne einen festen Körper existiert. Sie nutzen die Körper der Verstorbenen um wieder eine feste Form anzunehmen. Auch ist jeder Mensch der schläft, gefährdet, seinen eigenen Willen zu verlieren. Cpt. Mark versucht mit zwei weiteren Leuten in die Galyot einzudringen und das wichtige Gerät zurückzuholen. Das gelingt ihm auch und die Argos kann wieder starten. Aber die Gefahr ist noch nicht gebannt...

Planet of the Vampires - ScreenshotPlanet of the Vampires - Screenshot

Es gibt nicht viele Science-Fiction-Filme aus Italien, aber Mario Bava gelang es gleich den besten zu drehen. Planet of the Vampires schlägt an Atmosphäre und erzählerischer Dichte sehr viele US-Streifen. Wenn man sich erst einmal an die deutlich billige Studioatmosphäre gewöhnt hat, wird man von der phantasievollen Story nicht mehr losgelassen, auch wenn die Gefahr nicht durch Vampire hervorgerufen wird. Da zeigten die Titelerfinder wieder mal zuviel Phantasie. Allerdings nimmt der Film einiges vorweg, was einem bekannten US-Film, nämlich Alien, 14 Jahre später zu Weltruhm verhalf. Die Ideen mit dem unbekannten Signal, fremder Lebewesen die sich in die Körper seiner Opfer einschleichen und der seltsamen riesigen Lebensform kommt einem doch schon irgendwie bekannt vor. Nur das die Idee in Planet of the Vampires um einiges früher umgesetzt wurde. Bava gelang es auch, während der Szenen auf der Planetenoberfläche eine schon fast gotische Gruselstimmung aufzubauen, mit viel Nebel und kaum zu erkennenden Schemen in der Ferne. Einfach ein schöner, phantasievoller Film, der noch einen netten Schlußgag zu bieten hat, den ich aber jetzt nicht verraten werde.

Mario Bava drehte den Film ein Jahr nach seinem Erfolg Blood and Black Lace, der heute als der Ur-Giallo gilt. Neben der Regie schrieb er das Drehbuch mit und nahm manchmal auch selber den Platz hinter der Kamera ein, auch wenn das in den Credits unerwähnt bleibt. Der in den USA geborene Barry Sullivan wirkte nicht nur in Spielfilmen mit, sondern hatte auch Gastrollen in Krimi-Serien und kitschigen TV-Serien wie Love Boat. Der größte Teil seiner Kinolaufbahn fand in Italien statt, wo er für unzählige Filme vor der Kamera stand. In den USA konnte er an bekannteren Projekten wie Pat Garrett and Billy the Kid oder Earthquake mitarbeiten, wobei zu der Zeit allerdings dann auch vermehrt die Auftritte in Serien stattfanden. Stelio Candelli wirkte in etlichen italienischen B-Movies mit und hatte Jahre später eine Nebenrolle in Demons, bei dem Bavas Sohn Lamberto Regie führte. Ivan Rassimov, der dem eingefleischten Italofan durchaus bekannt sein dürfte, hat in Planet of the Vampires ebenfalls eine Nebenrolle, wenn auch keine sehr wichtige.

Planet of the Vampires - ScreenshotPlanet of the Vampires - Screenshot

In den USA gibt es den Film auf DVD von MGM, innerhalb deren fabulösen "Midnite Movies" Reihe. Alle diese Filme zeichnen sich durch eine gute Qualität zu einem günstigen Preis aus, allerdings ist bei den meisten Filmen außer einem Trailer nichts an Bonusmaterial enthalten. So auch bei Planet of the Vampires. Allerdings entschädigt die gute Bildqualität das Fehlen sämtlichen Extra-Materials, denn Bavas visuelle Fähigkeiten kommen in kräftigen und stabilen Farben auf die Mattscheibe. Ab und zu ist das Bild kompressionsbedingt etwas verrauscht und hier und da lassen sich auch kleinere Defekte finden, die aber nicht weiter störend auffallen, man muß dafür schon sehr genau darauf achten. Allerdings ist es nicht anamorph kodiert. Der Ton ist erwartungsgemäß nur in Mono und man muß sich leider auch mit der englischen Synchronisation alleine begnügen, aber die ist zum Glück nicht ganz so schlimm, wie man das schon aus anderen Filmen erfahren hat.

Update 27.07.2004:

In Deutschland hat sich dankenswerterweise Legend Home Entertainment des Films angenommen. Zwar wurde das Master von MGM lizensiert, aber im Gegensatz zu ihnen bietet Legend den Film in einer anamorphen Form an, was Besitzer eines Widescreen-TVs sicherlich zu schätzen wissen. Ansonsten ist die Bildqualität recht ähnlich. Die Farben kommen ein wenig satter zur Geltung, die Schärfe ist auch einen Tack besser gelungen und im Vergleich ist das Bild etwas heller. An analogen Defekten gibt es auch nicht mehr oder weniger als bei der US-DVD. Im Tonbereich gibt es neben dem englischen Originalton noch die deutsche Synchronisation. Beide sind qualitativ sehr gut, sowohl bei der Musik als auch in der Dialogverständlichkeit. Im direkten Vergleich klingt der Soundtrack in der deutschen Spur vielleicht minimal dumpfer. Bei den Extras liegt Legend aber auch wieder vorne, auch wenn es sich nicht gerade um informative Features handelt. Neben dem herrlich reißerischen deutschen Trailer ("...ein Schocker der Sonderklasse...") und dem englischen Trailer kann man noch die Super-8 Schmalfilmfassung bewundern. Die komprimiert den Film auf eine Laufzeit von knapp über 16 Minuten. Die Bildqualität ist natürlich dem Format entsprechend im Verhältnis eher schlecht, aber dennoch gut ansehbar. Desweiteren gibt es noch ein Booklet mit Abbildungen alter Aushangfotos.

Planet of the Vampires - ScreenshotPlanet of the Vampires - Screenshot

Wer also den Film noch nicht in seiner Sammlung besitzt, der kann ruhigen Gewissens zur deutschen DVD greifen, die aufgrund des anamorphen Bildes und der kleinen Extras mehr gegenüber der US-DVD gewinnt. Abschließend noch ein Bildvergleich der beiden DVDs: Vergleich MGM - Legend

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 16.01.2002
Letzte Textänderung: 27.07.2004

Leser-Kommentare

15.10.2005, 21:39:56 EliasRafael ( Email schreiben )

nanu, noch kein Kommentar? Komisch, denn Planet der Vampire ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Mario Bava, der schon mit der gothischen Bilderpracht bei der Verfilmung von Vampirfilmen seinen Platz in den Annalen des Films gesichert hat, schafft es, dass düstere Ambiente auf einen fernen Planeten, der wie eine düstere Variante einer typischen StarTrek-Kulisse aussieht, zu verplanzen. Die Farbenpracht ist bei aller Düsterheit des Bildes beeinruckend. Musik und Spezialeffekte (die mikrig, aber atmosphärisch passend sind) helfen ebenfalls, die unwirkliche Szenerie zu untermalen. Die Story steuert gradlinig und ohne irgendwelche störenden Tiefen bei den Charakteren bei stetig steigender Spannung auf das bittere Ende zu. Die Schauspieler machen dabeu ihren Job gut und ohne Peinlichkeiten, viel wird aber nicht von ihnen erwartet. Anzumerken ist, dass das Auftreten von "Zombies" den Filmtitel allerdings etwas ad absurdum führt. Ich kann Planet der Vampire immer wieder gucken, ohne dass er mich langweilt und ich kann ihn jedem empfehlen, der schon immer das beste aus "naiven" 50er Jahre SciFi-Filmen UND an Gothic-Grusel à la Bela Lugosi in EINEM Film ansehen wollte. Meisterwerk, der noch um einiges besser ist als der vergleichbare Japaner "Goke - Vampir aus dem Weltall"

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